Das Ende einer Posse? Bejagung von Kanadagänsen im Essener Grugapark beschlossen

Symbolbild

Eine Posse, die bereits im vergangenen Sommer ihren Lauf nahm, scheint bald ein Ende zu finden. Im Essener Grugapark sollen nach Ansicht der Geschäftsführung des Betreibers Grün & Gruga (GGE) die Kanadagänse bejagt werden. Die Tiere werden zu einem massiven Problem, da der gesamte Park von Gänsekot überhäuft wird. Die Bejagung soll laut derwesten.de am 16. Juli beginnen. Die gleiche Maßnahme wurde bereits im Oktober 2015 in die Wege geleitet, damals fiel dennoch kein einziger Schuss. Die Gänse zogen Richtung Süden und ersparten den engagierten Jägern die undankbare Arbeit.

Als im Oktober absehbar war, dass es wohl trotz vielfältiger Bemühungen keine Alternative zur Bejagung der Kanadagänse geben würde, ahnte man bei der Parkleitung schon, dass dies vor allem bei Tierschützern nicht gut ankommen würde. Das Ausmaß der Kritik überraschte den Sprecher von Grün & Gruga, Eckhard Spengler, dann allerdings doch. Er sagte damals gegenüber derwesten.de, man habe zwar mit Protesten gerechnet, „aber nicht in dieser Form“. Grün & Gruga wurde im Internet teils wüst beschimpft und es war die Rede von „Tierquälerei“, einem „barbarischen Akt“ oder auch einem „drohenden Massaker“.

Der Plan der Parkleitung, der auch schon von der Unteren Jagdbehörde genehmigt worden war, lautete ursprünglich einzelne Kanadagänse am frühen Morgen, außerhalb der Öffnungszeiten, zu schießen und dann zu hoffen, dass die übrigen Tiere den Park in Zukunft meiden würden. Zu der geplanten Vergrämungsmaßnahme kam es dann aber erst gar nicht, denn eine Vielzahl der Kanadagänse verschwand freiwillig – sie zogen über Winter nach Süden. Spengler mutmaßte schon damals: „Das Problem wird sich mit diesem Winter nicht erledigen.“ Grün & Gruga wollte dann für den Frühjahr 2016 gewappnet sein und unter anderem Brutstellen beseitigen und Vogeleier gegen Plastikeier tauschen. So sollte verhindert werden, dass die Vögel vielleicht doch noch bejagt werden müssen.

Das alles scheint jedoch nichts genützt zu haben. Die Kanadagänse sind in einer beeindruckenden Vielzahl wieder zurückgekehrt und erneut klagen Besucher über Massen an Gänsekot auf den Wiesen und stark verschmutzte Teiche. Der Park nimmt durch die ungebetenen Besucher ernsthafte Schäden, die nur mit hohem Aufwand wieder zu beseitigen sind. Und da bereits im vergangenen Jahr Alternativen zur Bejagung als nicht praktikabel bezeichnet wurden, kommt die Parkleitung nicht um die Vergrämung durch Abschuss einzelner Tiere herum. Mit Beginn der Jagdzeit am 16. Juli soll es den Kanadagänsen daher in den frühen Morgenstunden endgültig an den Kragen gehen.

Die Kanadagänse werden des Weiteren auch an anderen Standorten in Essen bejagt, da es dort ähnliche Probleme gibt. Auch am Niederfeldsee und im Krupp-Park sollen die Tiere laut Grün & Gruga gejagt werden.

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