CDU und Grüne wollen Waschbären weiter schonen

Im hessischen Landtag scheitern die Oppositionsparteien SPD und FDP mit ihrer Initiative zur Abschaffung der Schonzeit.

Waschbär

Die schwarz-grüne hessische Landesregierung will Waschbären weiter schonen. SPD und FDP hatten sich am Donnerstag im Landtag für die Abschaffung der Schonzeit eingesetzt, um gegen die pelzigen Plagegeister in der „Waschbären-Hochburg“ Hessen vorzugehen. Die CDU habe sich „dem Druck der Grünen gebeugt“, krisitierte der jagdpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jürgen Lenders

Ministerpräsident Bouffier habe beim Landesjägertag erklärt, er teile die Auffassung, dass Waschbären gejagt werden sollten, wenn sie zur Bedrohung anderer Tierarten werden, sagte Lenders. Leider habe der Ministerpräsident nun sein Wort gebrochen und halte an den „unsinnigen Regelungen der Jagdverordnung“ fest.

„Wenn man, wie bei der Jagd und der Fischerei, verschiedene Interessen zusammenbringen muss, sind immer auch Kompromisse nötig, die nicht alle Interessengruppen vollständig zufriedenstellen“, entgegnete der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dirk Landau. Die grüne Natur- und Tierschutz-Sprecherin Ursula Hammann betonte: „Es gibt in Hessen für den Waschbären keine Einschränkung in der Jagdzeit.“ Um dann doch eine Einschränkung anzusprechen: „Lediglich in der Zeit, in der Eltern ihre Jungtiere aufziehen, hat die Hessische Landesregierung eine Schonzeit vom ersten März bis 31. Juli erlassen.“ Dies sei Hammann zufolge nötig gewesen, um Rechtssicherheit nach dem Bundesjagdgesetz zu schaffen.

„Anstatt gemeinsam mit Experten an einem lösungsorientierten Plan zu arbeiten, wird mit der ideologischen Brechstange die Jagdverordnung durchgesetzt.“

Heinz Lotz, jagdpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

Der jagdpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Heinz Lotz, warf der schwarz-grünen Landesregierung ein Versagen in der Jagdpolitik vor. Die Aufhebung der Schonzeiten für Waschbären in der Rhön (wir berichteten) sei Beweis genug, dass das Tier vielerorts ein ernstzunehmendes Problem darstelle. „Hier rede ich nicht von ein paar umgeschmissenen Mülltonnen“, sagte Lotz. „Aber anstatt gemeinsam mit Experten an einem lösungsorientierten Plan zu arbeiten, wird mit Hilfe von pseudowissenschaftlichen Grundlagen mit der ideologischen Brechstange die Jagdverordnung durchgesetzt.“ Schon seit Langem fordert der hessische Landesjagdverband angesichts der rasanten Ausbreitung der Waschbären eine flächendeckende Bejagung (wir berichteten). 

Unterdessen hat die Rheinische Post ein Video veröffentlicht, das einen Waschbären zeigt, der im nordrhein-westfälischen Gruiten das Futter aus einem Vogelhäuschen plündert:

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