Bundesprogramm Wolf: Schäfer kritisieren Rahmenbedingungen

Mit dem Bundesprogramm Wolf sollte sich die Situation für Wanderschäfer deutlich entspannen. In der Praxis zeigt sich nun aber, dass wohl kaum ein Schäfer die Voraussetzungen für die Förderung erfüllt.

Eine Herde Schafe mit Herdenschutzhund

Foto: Counselling

Grundsätzlich begrüßt der Bauernverband Niedersachsen das neue Bundesprogramm Wolf, berichtet topagrar.com. In der Praxis mehren sich aber die Befürchtungen, dass nur wenige Schäfer von der Förderung des Herdenschutzes werden profitieren können. 

So seien etwa die durchschnittlichen Weideflächen vieler Schäfer weit größer als 40 Hektar, die laut den Vorgaben maximal als Weide genutzt werden dürfen, erläutert Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers, da die Schäfer Flächen auf Truppenübungsplätzen, an Deichen oder in Naturschutzgebieten aufsuchen. Zudem seien viele Schäfer im Dienst des Naturschutzes auch als Landschaftspfleger tätig – und können somit keine De-minimis-Erklärung abgeben. Ehlers mahnt zur korrekten Einhaltung der Formalitäten durch interessierte Schäfer: Spätere Kontrollen könnten ansonsten zu Rück- oder Strafzahlungen führen. Zu guter Letzt sind viele Wanderschäfer mit deutlich mehr als 200 Tieren unterwegs und fallen dementsprechend ebenfalls nicht unter die Förderkonditionen. 

Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, sieht die Wanderschäferei mit dem Bundesprogramm Wolf dennoch „spürbar entlastet“. Das Problem sei aber noch nicht vom Tisch, der Herdenschutz an der Küste könne derzeit nur bedingt sichergestellt werden. Er fordert deswegen, dass die Bundesregierung einen rechtlichen Rahmen zur Entnahme von Wölfen dort schafft, wo „Nutztiere trotz ausreichender Maßnahmen nicht geschützt werden können“.

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