BUND übergibt Unterschriften gegen Glyphosat

In Berlin hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) dem Agrarministerium eine Liste mit 145.000 Unterschriften übergeben. Damit wehren sich die Unterzeichner gegen eine weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Darüber soll der EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere und Lebens- und Futtermittel spätestens am 19. Mai abstimmen. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, Glyphosat für weitere neun Jahre zuzulassen. BUND-Geschäftsführer Olaf Bandt forderte bei der Unterschriftenübergabe von der Bundesregierung ein klares Nein zur Wiederzulassung.  

Dieses Nein dürfte allerdings schwierig werden. In der großen Koalition gibt es mächtig Streit um das Thema Glyphosat. Vor allem das CSU-geführte Bundeslandwirtschaftsministerium ist für die neue Genehmigung von Glyphosat. Demgegenüber stehen Bundesumweltministerin Hendricks und Vizekanzler Gabriel. Der sagte in Brüssel: „Niemand sagt, dass es absolut sicher sei, dass es nicht krebserregend ist. Safety first, Gesundheit first. Ich bin dagegen, dieses Produkt überhaupt zuzulassen, solange diese Zweifel nicht ausgeräumt sind."

Mögliche Nebenwirkungen von Glyphosat auf Mensch und Tier sind äußerst umstritten. Verschiedene Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zuletzt hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihr früheres Urteil zu Glyphosat korrigiert. In einer aktuellen Studie kommen die Experten zu dem Ergebnis, dass die Mengen an Glyphosat, die Verbraucher über Lebensmittel zu sich nehmen, unbedenklich seien, sagte ein WHO-Sprecher gegenüber heute.de. Die neuen Erkenntnisse der WHO bekommen nach einem Bericht von "the Guardian" einen faden Beigeschmack. Zwischen Monsanto (stellt das Unkrautvernichtungsmittel Round Up mit Glyphosat als Wirkstoff her) und dem Vorsitzenden der WHO-Runde zu Glyphosat sollen Gelder geflossen sein.

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