Bewegung in der Wolfsdebatte

SPD-Umweltminister will Obergrenze – Prominente Tierschützerin verlangt Rücksicht auf Weidetierhaltung

Einzelner Wolf im Bergwald (Foto: Christel Sagniez)

Einzelner Wolf im Bergwald (Foto: Christel Sagniez)

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies will das Raubtiermanagement nicht länger auf den Abschuss von Problemwölfen beschränken. Im Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) machte sich der SPD-Politiker für eine Obergrenze nach französischem Vorbild stark. Umgerechnet auf Niedersachsen wären das etwa 100 Alttiere, Frankreich duldet landesweit 500 erwachsene Wölfe.

Während in Niedersachsen vor allem die Schafweide auf den Deichen bei wachsender Wolfspopulation auf dem Spiel steht, bestimmt in Bayern die Sorge um die Bergweide die Debatte. Alm- und Alpwirtschaft prägen weite Teile der alpinen Kulturlandschaft – auch durch typische Artenvielfalt.

Tessy Lödermann, stellvertretende Landrätin in Garmisch-Partenkirchen und lange Jahre für die Grünen im Münchner Landtag, hat sich nun in die Debatte um den Wolf/Bergweide- Konflikt eingeschaltet. Dem „Münchner Merkur“ sagte die engagierte Tierschützerin: „Man tut dem Wolf keinen Gefallen, wenn man ihn unter die Glasglocke stellt, die Diskussion nur pro Wolf führt und die auftretenden Probleme nicht ernst nimmt.“

Neben massiven Schwierigkeiten für die Almbauern droht mit ungeregelter Wolfspräsenz im Alpenraum weitere Zuspitzung des Wald-Wild-Konflikts. Hirsch, Gams und Reh werden noch heimlicher und meiden Offenlandflächen. So erhöht sich nicht nur der Verbiss-Druck, sondern auch das Risiko für Nutztierrisse auf den Bergweiden.

Gegen noch aufwändigere Schutzmaßnahmen regt sich in den Fremdenverkehrsregionen eigener Widerstand: Zumal seit im Allgäu eine Touristin nach schmerzhafter Begegnung mit einem Elektrozaun den Bauern verklagt hat, mag sich die Branche die Aufregung über Herdenschutzhunde an den Wanderwegen gar nicht erst vorstellen.

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