Besonders brutaler Fall von Wilderei

Unbekannte im nordrhein-westfälischen Grevenbroich haben es offenbar auf Rehfleisch abgesehen.

Ricke im Feld

Symbolbild: Manfred Burmeister

In Grevenbroicher Ortsteil Neurath ist es jetzt zu einem besonders schweren Fall von Wilderei gekommen. Erst wurde einer Ricke die Kehle durchgeschnitten, anschließend weideten Unbekannte das Tier aus. In unmittelbarer Nähe eines Spazierwegs wurde es schließlich gefunden. „Ich bin seit acht Jahren Revierpächter, doch eine solche Art von Wilderei habe ich noch nie erlebt“, wird Revierpächter Joachim Knabben in einem Bericht der Neuß-Grevenbroicher Zeitung zitiert. Abgesehen hätten die Täter es auf das Fleisch. „Unter anderem haben sie beide Keulen abgetrennt - da ist am meisten dran“, sagte Joachim Knabben gegenüber der Zeitung.

Die Unbekannten sollen sich währenddessen sicher gefühlt haben. In der Nähe einer Ruhebank zogen sie dem Tier das Fell ab, das Fleisch schnitten sie heraus. Abgedeckt mit Zeitungspapier wurden die Überreste unter einem Baum liegen gelassen, schilderte Revierpächter Knabben den Hergang. Wie die Täter es zustande brachten, die kräftige Ricke einzufangen, darüber könne er nur mutmaßen. „Vielleicht ist sie gegen den Zaun am Neurather Bach gerannt und hat sich dabei verletzt“, sagte er. Die Täter hätten sie so möglicherweise gefunden und dann töten können. Zumindest würde sich so der Kehlschnitt erklären, vermutet Knabben.

An dem Zaun, den die Stadt errichten ließ, hätten sich schon häufiger Rehe verletzt oder sie seien in dem fließenden Gewässer ertrunken, heißt es im Bericht. Unbekannte hätten bereits Büschel mit menschlichem Haar an Pfosten gehängt, um Rehe durch den Geruch zu verscheuchen. Den gewünschten Erfolg bezweifelt der Jagdpächter.

Gegen die unbekannten Wilderer hat der Jagdpächter bereits eine Strafanzeige gestellt sowie für Hinweise eine Belohnung von 200 Euro ausgesetzt. Die Kripo ermittle wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Da es aber keine Zeugenaussage gebe, gestalte sich die Arbeit schwierig, ist das ernüchternde Urteil der Polizeisprecherin Diane Drawe.

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