Bayern will 30 Millionen Bäume pflanzen

Das Bäumepflanzen kommt unter dem Druck der Hitzerekorde und der Grünen-Wahlergebnisse groß in Mode. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will dafür sogar beim Schuldenabbau bremsen.

Ein mächtiger Baum

Foto: TBIT

Dem CSU-Chef Markus Söder wird nachgesagt, dass er das Gras sogar im Winter wachsen hört. Jetzt spürt er, wie wichtig den Menschen die Bäume sind. Sogar in Bayern. 30 Millionen Bäume will der Ministerpräsident im Freistaat in den kommenden fünf Jahren pflanzen lassen – 5 Millionen mehr als ohnehin geplant.

Vermutlich noch wichtiger: Söder will einen Paradigmenwechsel im Staatswald. Weg von der rein finanziellen Rendite zum Klima-Retter. Und das in Bayern, wo die Forst-Kommerzialisierung erfunden wurde. Wie auch der Schlachtruf „Wald vor Wild“.

Hintergrund: Der Gewinn des Forstbetriebs ist um mehr als die Hälfte eingebrochen, auf etwas über 20 Millionen Euro. Wie überall in Deutschland fürchten die Förster, auf großen Teilen ihrer Holzernte sitzen zu bleiben. Die Preise sind tief im Keller, seit Käfer und Dürre Masseneinschlag erzwingen.

Klar scheint: Söder hat verstanden, dass der Ruf nach Aufforstung in fernen Ländern womöglich das Weltklima verbessert, aber nicht die Wählerstimmung in der Heimat. Zumal in der Provinz haben die Menschen noch allfällige Forst-Experimente in Erinnerung. Zum Beispiel den Total-Verzicht auf Käfer-Krisenmanagement im Nationalpark „Bayerischer Wald“.

Jetzt, da sich die Käfer im Allgäu sogar an Weißtannen gütlich tun und die Buchen auch im Freistaat keineswegs der Hitze trotzen, soll forcierte Neupflanzung den Niedergang stoppen. Und der Artenschutz soll auch noch profitieren: 10 Prozent der Staatswaldfläche will die Staatsregierung der Natur überlassen.

Von den Wachträumen, dass in solchen Naturräumen dann auch die Jagd zu ruhen habe, werden wir wohl auch bald hören.

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