Aus für Bismarcks Jagdgatter

Schleswig-holsteinisches Verwaltungsgericht bestätigt, dass das gesetzliche Gatter-Verbot verfassungskonform ist.

Hochsitz

Symbolbild

Die Familie von Bismarck muss ihr Jagdgatter im schleswig-holsteinischen Sachsenwald schließen. Das hat das Verwaltungsgericht in Schleswig entschieden. Die Richter wiesen die Klagen von insgesamt zwei Gatter-Betreibern zurück, die das gesetzlich vorgeschriebene Gatter-Verbot als „entschädigungslose Enteignung“ betrachtet hatten (wir berichteten). Wegen des klangvollen Namens Bismarck widmeten zahlreiche Medien der Gerichtsentscheidung ihre Aufmerksamkeit. In den Artikeln war teilweise von „Jagd-Bordellen“ und vom „Gatter-Gate“ die Rede.

Wie das schleswig-holsteinische Verwaltungsgericht in einer Presseinformation mitteilte, hatten die Richter keine Bedenken daran, dass die Regelungen, die das Landesjagdgesetz zum Thema Jagdgatter enthält, verfassungsmäßig sind. Bereits 1999 war ein Verbot der Errichtung von Jagdgattern in das Gesetz aufgenommen worden. Später wurde dann noch das Verbot der Jagd in Gattern ergänzt. Nachdem die Kläger jedoch ihre Jagdgatter auch nach dem Ablauf einer 15-jährigen Übergangsfrist im Oktober 2014 noch nicht geschlossen hatten, verfügten die zuständigen Behörden die Beseitigung und lehnten Anträge auf die weitere Ausübung der Jagd ab.

Die Gatter-Betreiber, darunter Gregor Graf von Bismarck, klagten gegen diese Bescheide und bemängelten, die gesetzlichen Regelungen seien verfassungswidrig und führten letztlich zu einer entschädigungslosen Enteignung. Die Verwaltungsrichter wiesen diese Klagen nun ab. Da jedoch gegen das Urteil noch eine Berufung beim Oberverwaltungsgericht beantragt werden kann, könnte bis zum endgültigen Abbau der Jagdgatter noch einige Zeit vergehen.

Der grüne Landesumweltminister Robert Habeck zeigte sich dennoch erfreut über die Entscheidung der Richter. Jagdgatter seien ein „Überbleibsel aus dem Zeitalter des Feudalismus“, sagte er laut ndr.de. „Sie haben nichts mit moderner naturnaher Jagd zu tun.“ Sinn und Zweck sei es nur, Wild einzupferchen, um möglichst viele Tiere zu töten.

Wie Spiegel Online berichtet, wirkt sich das Urteil nun so aus, dass Rot- und Schwarzwild nicht mehr bejagt werden darf. Enten oder Hasen dürfen hingegen weiter geschossen werden, da der Gatter-Zaun für sie kein Hindernis darstellt.

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