Auch der Nabu will Wolfsabschüsse in Extremfällen

In Brandenburg soll es künftig leichter sein, auffällige Tiere aus der Natur zu entnehmen. Das ist ein Zwischenergebnis des NEUESTEN Wolfsplenums.

Wolf

Foto: hummelmose

Verhaltensauffällige Wölfe sollen in Brandenburg künftig einfacher aus der Natur entnommen werden. Bei Tieren, die ein „für den Menschen problematisches Verhalten“ zeigen, solle eine „schnelle und landeseinheitliche Vorgehensweise ermöglicht werden“, erklärte Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde beim 4. Brandenburger Wolfsplenum. Sogar die Landesgeschäftsführerin des Nabu in Brandenburg plädierte für einen Abschuss in Extremfällen.

Wie der rbb berichtet, soll künftig die Entnahme von Tieren möglich sein, wenn Wölfe beispielsweise in Siedlungen nach Futter suchen oder wiederholt in geschützte Weidetierhaltungen eindringen. Der Entwurf für eine entsprechende Verordnung müsse jetzt mit Tierhaltern sowie Umwelt- und Naturschutzverbänden abgestimmt werden. Offen sei noch, ob bei besonderen Vorfällen auch ein ganzes Wolfsrudel getötet werden müsse.

Staatssekretärin Schilde erklärte dem Bericht zufolge, es werde nicht dazu kommen, dass alle Wölfe, die sich bis auf 1000 Meter an bewohntes Gebiet oder eine Herde von Tieren nähern, geschossen werden dürften. Dies hatten der Bauernbund und der Bauernverband beim Wolfsplenum gefordert.

Nabu-Landesgeschäftsführerin Christiane Schröder sagte, ihre Organisation befürworte einen Wolfsabschuss in Extremfällen. Dies gelte für Siedlungen, in denen Menschen geschützt werden müssten, aber auch für die Landwirtschaft. Damit nähert sich der Nabu der Position des Landesjagdverbands Brandenburg an, der im Vorfeld des Wolfsplenums ein Forderungspapier veröffentlicht hatte (wir berichteten). Schröder warnte vor einem „Wettrüsten“ mit dem Wolf. „Wenn das, was standardmäßig als wolfssicher gilt, immer wieder von Wölfen überwunden wird, muss man Maßnahmen ergreifen können“, erklärte die Nabu-Chefin laut dem rbb-Bericht. Sie übte zugleich Kritik an militanten Tierschützern, die einen Jäger per Internet bedroht hatten, der in Niedersachsen im behördlichen Auftrag einen Wolf geschossen hatte: „Extreme Meinungen gibt es leider immer“, sagte Schröder.

Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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