ASP: Nur noch 21 Kilometer bis zur Grenze

Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher. Polnische Behörden melden acht neue Fälle der ASP in Westpolen.

Die Kadaver zweier viruspositiver Wildschweine lagen 32 bzw. nur noch 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Die Kadaver zweier viruspositiver Wildschweine lagen 32 bzw. nur noch 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. (Symbolbild: Marion Wellmann)

Die Afrikanische Schweinepest rückt scheinbar unaufhaltsam von Westpolen aus auf die deutsche Grenze vor. Leider stellt sich die aktuelle Entwicklung nicht mehr nur noch für Pessimisten so dar, dass bei der Frage nach dem ersten Fall von ASP auf deutschem Boden nicht mehr nach dem „Ob“, sondern nach dem „Wann“ gefragt wird.

Die polnischen Behörden meldeten dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aktuell acht weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) innerhalb der bestehenden Restriktionszone in Polen. Zwei der viruspositiven Kadaver lagen 32 respektive nur noch 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Bereits am 23. Dezember 2019 hatte das das Friedrich-Loeffler-Institut/Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit seine Risikobewertung zur ASP aufgrund der neuen Entwicklungen in Westpolen aktualisiert (wir berichteten).

Das BMEL steht im Kontext der ASP-Prävention seit Langem und kontinuierlich nicht nur mit den Bundesländern, sondern auch mit den zuständigen polnischen Behörden in Kontakt. Am 13. Dezember fand ein deutsch-polnisches Treffen auf Ebene der Amtsveterinäre statt. Ziel des Austausches zwischen Polen und Deutschland ist es, ein Übereinkommen zur technischen Koordination der ASP-Prävention, Bekämpfung und Tilgung zu treffen.

Vereinbart wurden die folgenden Punkte: 

  • Auf beiden Seiten der Grenze werden Risikozonen von mindestens 8 bis 15 Kilometer eingerichtet, in denen die Jagd so ausgeübt werden sollte, dass dadurch keine Intensivierung der Wildschweinbewegungen herbeigeführt wird (geeignet wären z. B. Fallenjagd oder Ansitzjagd).
  • Der Austausch von Daten zwischen dem Friedrich-Loeffler-Institut/Bundesinstitut für Tiergesundheit und dem Nationalen Veterinärinstitut in Pulawy wird intensiviert.
  • Aspekte einer gemeinsamen Jagdstrategie auf beiden Seiten der Grenze wurden diskutiert. Diese sollen unter Berücksichtigung der nationalen Rechtsvorgaben und Bedingungen weiter ausgearbeitet werden.
  • Die Arbeitsgruppe empfiehlt, dass die Jagdorganisationen beider Länder beim Wildschweinmanagement in den Risikogebieten noch stärker zusammenarbeiten.
  • Das nächste Treffen wird im Januar 2020 in Warschau stattfinden, dann auf Ebene der Chef-Veterinäre (CVOs/Chief Veterinary Officers) beider Länder.

Quelle: Pressemeldung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vom 02. Januar 2020, Berlin

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