ASP-Jagdmaßnahmen greifen: Minister lobt Jägerschaft

In Mecklenburg-Vorpommern wuchs die Schwarzwild-Strecke im Jagdjahr 2017/18 deutlich – auf insgesamt 85.949 Stück.

Wildschwein

Foto: Andre Baumann

Die jagdlichen Maßnahmen gegen eine mögliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) greifen. Dieses Fazit zog der mecklenburg-vorpommersche Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus jetzt bei der Vorstellung des neuesten Schwarzwild-Streckenergebnisses.

Einer Mitteilung des Ministers zufolge wurde das für das Jagdjahr 2017/18 angepeilte Ergebnis von 80.000 Stück Schwarzwild mit 85.949 erlegten Wildschweinen deutlich erreicht. „Das ist ein Erfolg, der auf der großartigen Teamarbeit von Jägern, Landwirten, Veterinären und Landesforstanstalt basiert“, sagte Backhaus. Ende 2017 hatte der Landtag ein von dem SPD-Politiker initiiertes Zwei-Millionen-Euro-Maßnahmenpaket beschlossen, um den seit etwa zehn Jahren stetig anwachsenden Wildschweinbestand im Land angesichts des Einschleppungsrisikos der ASP deutlich zu reduzieren (wir berichteten).

Bislang gebe es in Mecklenburg-Vorpommern keine Anzeichen für die Einschleppung der Seuche, sagte der Minister. Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit schätze die Gefahr der Einschleppung über Tiertransporte, virusbehaftete Kleidung oder schweinefleischhaltigen Proviant aus dem Ausland allerdings nach wie vor als sehr hoch ein. „Die wirtschaftlichen Folgen für den Fall, dass die ASP sich aus Wildschwein- auf Haustierbestände überträgt, wären dramatisch“, unterstrich Backhaus. Neben der Tötung befallener Haustierbestände drohten Handelsbarrieren, die zu finanziellen Verlusten bei Landwirten und in der Ernährungsbrache führten und schlimmstenfalls den wirtschaftlichen Niedergang ganzer Regionen nach sich zögen, warnte er.

Aus unserem Outfox-World Shop

Das am 1. Dezember 2017 in Kraft gesetzte Maßnahmenpaket enthält neben Festlegungen zum Aussetzen des Drückjagdverbotes, des Jagdverbotes in Schutzgebieten oder zur Aufhebung der Jagdbeschränkungen für Bachen ohne gestreifte Frischlinge auch finanzielle Anreize für die Jägerschaft. Die sogenannte „Pürzelprämie“ in Höhe von 25 Euro für jedes erlegte Wildschwein sei stark in Anspruch genommen worden, erläuterte Backhaus. Vom 1. Dezember 2017 bis zum 15. Juni 2018 seien 27.484 Schwarzwildabschüsse abgerechnet worden. Das Aufwandsentschädigungsprogramm werde zunächst bis zum 31. März 2019 fortgeführt. Eine nachhaltige Bestandsreduzierung der Schwarzwildpopulation, die aufgrund des klimabedingten Nahrungsüberangebotes und guter Deckung auf bestellten landwirtschaftlichen Flächen jährlich um 200 bis 300 Prozent anwachse, sei allerdings erst nach einigen Jahren intensiver Bejagung zu erwarten.

Unterdessen haben polnische Wissenschaftler berechnet, dass die Schweinepest in vier Jahren auch in Deutschland grassieren könnte. Wie agrarheute.com berichtete, untersuchte ein Team der Universität Wroclaw die Geschwindigkeit und die Richtung der ASP-Ausbreitung anhand von mehr als 3.000 bisherigen Seuchenfällen. So ergab sich die Vier-Jahres-Prognose für Deutschland.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!