Artensterben im Zeichen der Energiewende

Schlimmer Rückschlag für unkritische Öko-Fans: In Bayern wird klar, wie sehr Biogasanlagen zum Top-Risiko für die Artenvielfalt geworden sind. Alles im Zeichen der sogenannten Energiewende.

Biogasanlage

Foto: ADMC

Das bayerische Umweltministerium musste jetzt auf eine Landtagsanfrage der SPD Farbe bekennen: 56 Störfälle in Biogasanlagen binnen zwei Jahren. In 38 Fällen waren Gewässer betroffen. Mit schweren und schwersten Folgen für Flora und Fauna.

Klar scheint: Die Zahl der großen Fischsterben hat mit der Energiewende massiv zugenommen. Gleichzeitig werden ökologisch wertvollste Fließgewässer durch Kraftwerksbauten gefährdet. Auch dort, wo die Genehmigung solcher Anlagen bis zum Kernkraft-Ausstieg undenkbar schien.

Zugleich wird im Freistaat viel Geld ausgegeben, um den ökologischen Niedergang der heimischen Gewässer zu erforschen. Aber die Krokodilstränen um Mühlkoppen, Äschen und Bachforellen stehen im krassen Gegensatz zur Wirklichkeit der „Öko“-Stromerzeugung. Das gilt auch für das Massensterben von Insekten, die auf intakte Gewässer angewiesen sind.

Dass viele der rund 2.400 Biogasanlagen in Bayern eine ökologische Zeitbombe sind, ist ernsthaft nicht zu bestreiten. Aber während die Landwirtschaft insgesamt wegen der Gülle-Düngung am Pranger steht, ist die vermeintlich umweltfreundliche Stromerzeugung durch Wasserkraft und Bio-Gas auch bei den meisten Umweltverbänden bisher kein Thema. Rühmliche Ausnahme: Der BUND, der auch kostenträchtige Gerichtsverfahren anstrengt, um verfehlte Wasserkraft-Projekte zu stoppen.

Ebenso traurig wie spannend: In einer aktuellen Studie der Technischen Universität München zum Artensterben in Bayerns Gewässern kommt der Risikofaktor Biogas allenfalls am Rande vor. Aber wenigstens der Negativ-Beitrag des Wasserkraftausbaus findet Erwähnung. Weil mit sinkender Fließgeschwindigkeit Flüsse und Bäche verschlammen und damit die Laichplätze der sogenannten Kieslaicher zerstört werden.

Die gleichen Wissenschaftler, die vor solchen Entwicklungen warnen, begleiten übrigens eines der besonders umstrittenen Kraftwerksprojekte in Bayern: An der Loisach bei Großweil, bisher eines der artenreichsten Fließgewässer im gesamten Alpenraum. Nicht einmal die Tatsache, dass die Loisach dort als europäisches FFH-Schutzgebiet ausgewiesen ist, konnte die „Energiewende“ aufhalten.

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