Anklage: Tierrechtler schreiben Jäger zur Fahndung aus

Der österreichische „Verein gegen Tierfabriken“ und sein Obmann Martin Balluch beschäftigten wieder einmal die Gerichte.

Justizia

Der „Verein gegen Tierfabriken“ (VgT) und sein Obmann Martin Balluch haben erneut Ärger mit der Justiz. Wegen einer Plakataktion gegen Gatterjagden hat die Salzburger Staatsanwaltschaft Balluch jetzt zusammen mit sechs weiteren Personen angeklagt.

Wie der ORF berichtet, wird den Beschuldigten schwere Sachbeschädigung vorgeworfen. Sie sollen im Juni mehrfach Aufkleber und Plakate angebracht haben – unter anderem auf Straßenlaternen, Strommasten, Verkehrszeichen, Litfaßsäulen und Plakatwänden. Der Protest richtete sich gegen Gatterjagden des Unternehmers Maximilian Mayr-Meinhof, der von den Aktivisten sogar zur Fahndung („Wanted“) ausgeschrieben wurde. Wörtlich formulierten die Tierrechtler dem Bericht zufolge: „Der Verdächtige betreibt im Norden von Salzburg ein Jagdgatter, in dem er Hunderte Wildschweine züchtet. Etwa 400 dieser handzahmen Tiere werden jährlich im umzäunten Gelände von Jagdhunden gehetzt und von Jagdgästen beschossen.“ Weiter hieß es, das „Spektakel“ diene ausschließlich der „Lustbefriedigung einiger Perverser“.

Laut ORF bot die zuständige Richterin den Beschuldigten an, das Verfahren gegen Leistungen wie etwa gemeinnützige Arbeit oder die Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Der Verteidiger der Angeklagten erklärte dazu, er habe noch nicht mit allen Mandanten sprechen können, da einige noch im Urlaub seien.

VgT-Obmann Balluch muss sich zusätzlich auch wegen des Missbrauchs von Tonaufnahmen verantworten. Er soll dem Bericht zufolge im November 2015 ein Gespräch mit einem Polizisten heimlich mitgeschnitten und es anschließend im Internet veröffentlicht haben.

Weil Balluch mehrfach unerlaubterweise ein Jagdgebiet seines „Lieblingsfeinds“ Alfons Mensdorff-Pouilly betreten haben soll, beschäftigte er jüngst auch das Bezirksgericht Bruck/Mur in der Steiermark. Wie der Kurier berichtete, sollte in dem Verfahren sogar ein Vermessungstechniker versuchen zu klären, ob Fotos den VgT-Chef auf dem Gebiet von Mensdorff-Pouilly zeigen. Einem Gerichtssprecher zufolge zog Balluch die Klage jedoch zurück. „Anscheinend hätte er verloren, wenn er den Prozess weiter führt“, sagte Alfons Mensdorff-Pouilly dem Kurier.

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