Aktivisten wollen Suche nach Wölfen stören

Die Initiative „Der Waldluchs“ hat nach dem Ausbruch von Nationalpark-Wölfen in Bayern einen „Aufruf zur Jagdstörung“ veröffentlicht.

Wolf

Symbolbild

Eine Initiative namens „Der Waldluchs“ hat jetzt dazu aufgerufen, die Suche nach den Wölfen zu behindern, die kürzlich aus einem Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald entkommen waren (wir berichteten). In dem „Aufruf zur Jagdstörung“ heißt es unter anderem: „Dort wo die Jäger unterwegs sind (erkennbar an den Fahrzeugen), freuen sie sich sicher über ein nettes Liedchen, einen aufmunternden Zuruf und andere gut zu hörende Geräusche.“

Laut der „Waldluchs“-Webseite handelt es sich bei der Gruppe um „eine Initiative von Privatleuten im Bayerischen Wald“. Der Initiator des Aufrufs, Jan Turner, erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, er vertraue der Verwaltung des Nationalparks nicht und bezweifele, dass die noch nicht aufgespürten drei Wölfe wirklich lebend eingefangen werden sollten. Nachdem in der Nacht zum 6. Oktober insgesamt sechs Tiere aus einem vorsätzlich entriegelten Gehege ausgebrochen waren, konnten mittlerweile zwei Wölfe von Suchtrupps der Nationalparkverwaltung getötet werden. Ein weiteres Tier wurde von einem Zug überfahren.

„Aus unserer Sicht gibt es keine andere Option, als die Wölfe laufen zu lassen“, erklärte Initiator Turner gegenüber der Passauer Neuen Presse. Franz Leibl, der Leiter der Nationalparkverwaltung, zeigte sich hingegen verärgert. Den Aufruf zur Störung der Wolfssuche nannte er „absolut kontraproduktiv“. Bereits nach dem Ausbruch der Tiere hatte Leibl betont, dass deren Verbleib in der freien Wildbahn ausgeschlossen sei.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat unterdessen offenbar einer der Wölfe Ende vergangener Woche in Lohberg (Landkreis Cham) ein Schaf gerissen. Der Fundort lag in rund 25 Kilometern Entfernung zu dem Freigehege, aus dem die Tiere entkamen.

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