Afrikanische Schweinepest: Handeln auf allen Ebenen

Um zu verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest weiter ausbreitet, wird zu konsequenten Maßnahmen gegriffen – aktuell in NRW und in Tschechien.

eine Rotte Schwarzwild

Foto: Ryszard Adamus

Die Schweinepest breitet sich immer weiter aus. Zuletzt wurde sie in Tschechien bei rund 30 verendeten Tieren am Stadtrand von Zlín festgestellt. Dort haben die Behörden landesweit zu einer intensiven Bejagung von Wildschweinen aufgerufen – mit bisweilen verbotenen Hilfsmitteln. Auch in Deutschland wird präventiv gehandelt: Das nordrhein-westfälische Umweltministerium fordert in einem aktuellen Schreiben die unteren Jagdbehörden auf, die Schonzeit für Überläufer mit sofortiger Wirkung zum 31. März 2018 aufzuheben. Eine Stellungnahme der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung sei nicht mehr einzuholen, diese unterstütze das Vorgehen. Auch werde der Landesbetrieb Wald und Holz NRW darum gebeten, „auf die Erhebung von Entgelten für die Bejagung von Frischlingen und Überläufern zu verzichten“, heißt es weiter. Zudem sollen Beschränkungen, die die Bejagung erschwerten, wie Gewichts- und Altersvorgaben, unterlassen werden.

Mit diesem konsequenten Vorgehen reiht sich das nordrhein-westfälische Umweltministerium in die Präventivmaßnahmen gegen die gefährliche Seuche ein. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits Drück- und Treibjagdverbote in der Region Vorpommern-Greifswald bis zum 31. März 2019 aufgehoben (wir berichteten). In Österreich werden ebenfalls Sicherheitsvorkehrungen gegen die ASP getroffen. Behörden haben eine Kontrollzone festgelegt, in der Jäger dazu aufgerufen wurden, verstärkt Schwarzwild zu bejagen, Jagdabfälle möglichst seuchensicher zu entsorgen und Auffälligkeiten sofort zu melden. (wir berichteten).

In Tschechien geht man noch einen Schritt weiter. Dort dürfen Jäger ab sofort auf bisweilen verbotene Hilfsmittel zurückgreifen wie Nachsichtgeräte und Scheinwerfer. „Es wird behauptet, dass Wildschweine nicht an Orte zurückkehren, an denen auf sie beispielsweise zwei Tage lang geschossen wurde. Die neu eingesetzte Technik soll den Jägern mehr Erfolg bringen“, erklärte Jiří Čunek (Christdemokraten), Hauptmann des Kreises Zlín, gegenüber Radio Praha.

Die intensive Bejagung betreffe insbesondere die Regionen um Zlín herum. Im Bezirk Zlín selbst, in dem die Seuche ausgebrochen ist, dürfen die Tiere aber auch weiterhin weder gejagt noch gefüttert werden. Damit soll eine Ansteckung gesunder Tiere verhindert werden werden. Dies geschehe beispielsweise, wenn ein erkranktes Wildschwein angeschossen werde und ein gesundes Tier mit dem Blut in Berührung kommt. Im Rahmen eines Planes zur Ausrottung der Afrikanischen Schweinepest werde aber auch die Bejagung in Zlín in Zukunft möglich sein, wird Landwirtschaftsminister Marian Jurečka zitiert. 

Wie die Afrikanische Schweinepest nach Tschechien gelangt ist, bleibt noch unklar. Die staatliche Veterinärverwaltung hat bereits eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

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