Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus

Wildschwein

Foto: Carol Scholz

Das für Schweine tödliche Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wandert in Polen westwärts. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet Reisende deshalb um besondere Vorsicht: Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot könne ausreichen, die Tierseuche zu verbreiten. Der DJV fordert, dass Kommunen in Deutschland die Jagd auf Wildschweine erleichtern – etwa durch den Verzicht auf eine Gebühr für die Trichinenuntersuchung.

Laut DJV veröffentlichte das Friedrich-Loeffler-Institut als nationales Referenzlabor für Tierseuchen jetzt aktuelles Kartenmaterial. Dieses zeigt für die erste Augusthälfte allein sechs neue ASP-Fälle bei polnischen Hausschweinen. Ein Fall liegt demnach bereits 50 Kilometer weiter westlich als alle bisherigen. Der Deutsche Jagdverband sieht daher ein hohes Einschleppungsrisiko der unheilbaren Krankheit, die Haus- und Wildschweine befällt.

„Leider steht gegen die verheerende Tierseuche kein Impfstoff zur Verfügung. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zu Vorbeugung und Bekämpfung eingesetzt werden“, schreibt der DJV. Für die anstehende Hauptjagdsaison ab Oktober fordert der Verband daher die Kommunen bundesweit auf, auf Gebühren für Trichinenproben von Frischlingen zu verzichten, um Anreize für deren Bejagung zu schaffen. Zudem plädiert der DJV für die Aussetzung einer generellen Jagdruhe in Schutzgebieten, um bundesweit eine großflächige Wildschweinbejagung zu ermöglichen.

Jäger sollten laut DJV in der anstehenden Saison verstärkt auf verhaltensauffällige Wildschweine oder auf vermehrte Totfunde achten und diese umgehend dem zuständigen Veterinäramt melden (wir berichteten). Laut Friedrich-Loeffler-Institut führt die ASP-Infektion bei europäischem Schwarzwild zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen.

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