ASP-Gefahr: Amtstierarzt plädiert für Saufänge

Ein Veterinär aus Brandenburg will Wildschweine angesichts der näherrückenden Afrikanischen Schweinepest in Gattern anlocken und so die Bestände spürbar reduzieren.

Wildschweine

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Angesichts der drohenden Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat ein Amtstierarzt aus Brandenburg jetzt die Einrichtung von Saufängen angeregt. Wie die Märkische Allgemeine berichtet, betrachtet Dr. Kurt Große die Ankirrung und den Abschuss in Gattern als ein wirksames Instrument, um die Schwarzwild-Bestände wirkungsvoll zu reduzieren.

Der Amtstierarzt der Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel sagte dem Bericht zufolge, Jäger sollten die Wildschweine mit Mais in umzäunte Bereiche locken, diese verschließen und dann sämtliche Tiere erlegen. Während bei einer Ansitzjagd pro Nacht nur ein bis zwei Schweine geschossen würden, könnten in Saufängen erheblich höhere Abschusszahlen erreicht werden. Um das Infektionsrisiko der ASP zu senken, sei es erforderlich, die Population von sieben bis acht Tieren pro Quadratkilometer auf 0,5 zu senken.

Eine Sprecherin des Kreises Potsdam-Mittelmark äußerte sich gegenüber der Zeitung skeptisch über den Aufruf, Wildschweine zu fangen und zu töten. „Um die Gefahr drastisch zu senken, müsste man die Tiere ausrotten.“ Ob und wie das aus ihrer Sicht geschehen könnte, erklärte die Sprecherin nicht. In Polen hat die Afrikanische Schweinepest laut Medienberichten mittlerweile den Raum Warschau erreicht.

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