Ärger um Gänsejagd am Campingplatz – Kritik an einseitiger Berichterstattung des WDR

Im nordrhein-westfälischen Lengerich gibt es Ärger um eine Jagd auf Kandagänse. Der WDR präsentierte einen empörten Campingplatz-Besitzer und die örtlichen Jäger stehen am Pranger. Mit ihnen gesprochen wurde nicht.

Kanadagänse am See

Symbolbild: kostiolavi

Am Sonntagabend ist an einem See in Lengerich auf Kanadagänse gejagt worden. Die Tiere sorgen nicht nur dort für reichlich Ärger, weil sie Wiesen und Strände mit Kot überziehen (wir berichteten). Den Betreibern des Campingplatzes „Auf dem Sonnenhügel“ sind die Hinterlassenschaften schon lange ein Dorn im Auge. „Gäste beschweren sich immer wieder. Wir wollen die Kinder ja nicht im Sand mit Kot spielen lassen“, sagt Betreiberin Karin Mielemeier gegenüber Outfox-World. Verschiedene Möglichkeiten der Vergrämung wurden ausprobiert, hatten aber keinen Erfolg. Daher holten sich die Mielemeiers Hilfe bei der örtlichen Jägerschaft. Diese schossen am Sonntagabend gleich mehrere Gänse – ganz zum Ärger des Nachbarn, der ebenfalls einen Campingplatz besitzt.

Beim WDR lässt Andreas Guttmann seiner Empörung freien Lauf. Die unangemeldete Jagd in unmittelbarer Nähe sei ein Unding. Seine Gäste seien entsetzt. Zu dem Zeitpunkt hätten viele Kinder rund um das Gelände gespielt. Dass in einem ausgewiesenen Freizeitgelände am Tage gejagt werde, sei unverantwortlich. Karin Mielemeier sieht das vollkommen anders. „Die Jagd war nicht tagsüber, sondern am Abend, und es hat geregnet. Am See haben auch keine Kinder gespielt. Die Jäger sind sehr sorgfältig vorgegangen und haben sich das Gebiet schon Tage vorher in Ruhe angeschaut. Es gab mehrere Aufpasser, die darauf geachtet haben, dass niemand in der Nähe ist und es wurde auch nicht in Richtung des anderen Campingplatzes geschossen.“ Mielemeier glaubt an persönliche Beweggründe für die Empörung des Nachbarn.

Campingplatz-Betreiber holt sich Unterstützung beim Nabu

Wenn es nach dem Nabu geht, soll die Jagd am See auch ein juristisches Nachspiel haben. Für Gisbert Lütke sei der Campingplatz ein befriedeter Bereich und die Jagd brauche eine Genehmigung. Er gehe nicht davon aus, dass es eine gegeben habe. Wissen tut er es nicht. Traurig findet Karin Mielemeier, dass der Nabu-Vertreter nicht einmal mit ihr oder ihrem Mann gesprochen hat. Auch das Verhalten des WDR findet sie fragwürdig. „Ich wollte nur nicht vor die Kamera. Die Einladung, mit unseren Gästen zu sprechen, hat der WDR nicht angenommen. Die sind nämlich froh, dass die Gänse jetzt weg sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns!