65 Euro für jede erlegt Sau

Sachsen-Anhalt zahlt Erlegungsprämie als Anreiz zur Schwarzwildreduktion – Wildschweinmonitoring zur ASP-Früherkennung läuft weiter

Ob dicker Keiler oder gestreifter Frischling - Sachsen-Anhalt zahlt 65€ für jede erlegte Wildsau (Beispielbild: andreas N)

Ob dicker Keiler oder gestreifter Frischling - Sachsen-Anhalt zahlt 65€ für jede erlegte Wildsau (Beispielbild: andreas N)

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt informiert in einer Meldung vom 24. März 2021, dass das Land rückwirkend zum 01.01.2021 eine Erlegungsprämie in Höhe von 65 Euro zur Reduktion der Schwarzwildbestände gewährt. Die Prämie wird für jedes erlegte Stück Schwarzwild gewährt. Das Land verspricht sich von diesem Anreiz für die Jäger, dass Die Streckenergebnisse auf dem bisher erreichten Niveau gehalten und nach Möglichkeit noch gesteigert werden sollen.

Marktsättigung bei der Schwarzwildvermarktung

Die relativ hohen Jagdstrecken der letzten Jahre beim Schwarzwild haben dazu geführt, dass im Bereich der Schwarzwildvermarktung eine Marktsättigung eingetreten ist. Das spiegelt sich in einem deutlichen Preisverfall beim Großhandel von rund drei Euro auf rund 30 Cent je Kilogramm wider. Hinzu kommt aktuell die Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, die Einschränkungen bzw. Schließungen bei den Gastronomiebetrieben zur Folge hat. Dies führt zu weiteren Minderabsätzen bei der Schwarzwildvermarktung.

Deshalb hatte Sachsen-Anhalts Landtag die Landesregierung bereits am 15.10.2020 (Drucksache 7/6747) gebeten, Erlegungsprämien zur Schaffung eines Anreizes zur Reduktion der Schwarzwildbestände zu gewähren.

Die Verwaltungsvereinbarung zur Zahlung einer Erlegungsprämie tritt zum 01.01.2021 in Kraft und mit Ablauf des 31.12.2021 außer Kraft.

Die Prämie wird über die Landkreise und kreisfreien Städte ausgezahlt. Allen Landkreisen und kreisfreien Städten werden zudem Verwaltungskosten in Höhe von 175.000 Euro insgesamt erstattet.

Unbeachtet dessen läuft das Früherkennungsprogramm zum frühzeitigen Entdecken der Afrikanischen Schweinepest (Wildschweinmonitoring) im Land weiter. 50 Euro werden für das Einsenden von Proben tot aufgefundenen oder kranken Wildschweinen gezahlt.

Hintergrund zur Erlegungsprämie

Unterschied zur Prämie für das Wildschweinmonitoring
Seit 2018 gewährt Sachsen-Anhalt eine Prämie von 50 Euro für das Auffinden und Beproben toter oder kranker Wildschweine, um frühzeitig Fälle von Afrikanischer Schweinepest im Land zu entdecken. Die Jagdausübungsberechtigten nach § 1 LJagdG erhalten diese für das Einsenden von Proben von Fallwild sowie von erlegtem Schwarzwild mit Krankheitssymptomen. Die Erlegungsprämie dagegen wird für erlegtes Schwarzwild gewährt.

Wie kommen die Jägerinnen und Jäger an das Geld?
Es wurde eine Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und den Landkreisen sowie den kreisfreien Städten über das Verfahren zur Zahlung einer Erlegungsprämie für Schwarzwild im Rahmen eines zeitlich befristeten Vorhabens im Land getroffen. Antragstellung und Auszahlung der Erlegungsprämie wird über die jeweiligen Behörden der Landkreise bzw. kreisfreien Städte erfolgen. Antragsberechtigte Personen werden die Jagdausübungsberechtigten gemäß § 1 LJagdG Sachsen-Anhalt sein. Die Weitergabe der Erlegungsprämie an Mitpächterinnen und -pächter, Jagdgäste oder Begehungsscheininhaberinnen und -inhaber wird in der Verantwortung der Jagdausübungsberechtigten liegen.

Wie muss ein Nachweis über den Abschuss erfolgen?
Der Nachweis über den Abschuss wird über den jeweiligen Wildursprungsschein und die Streckenliste der zur Jagd ausübungsberechtigten Personen erfolgen.

Gibt es für alle erlegten Tiere die Prämie (Bache, Keiler, Überläufer, Frischlinge)?
Für die Erlegung von Schwarzwild aller Altersklassen in Sachsen-Anhalt – exklusive führender Bachen – wird je Stück erlegten Schwarzwildes 65 Euro Erlegungsprämie gewährt. Für Schwarzwild, das im Rahmen der Erfüllung dienstlicher Aufgaben oder in Gehegen erlegt wurde, wird keine Erlegungsprämie gewährt.

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