20 Jahre „Tag der Regionen“

Der Tag der Regionen trägt in diesem Jahr das Motto „Weil Heimat lebendig ist“ – eine Chance auch für die Jägerschaft, sich zu präsentieren.

Tag der Regionen 2019 Weil Heimat lebendig ist - und bleiben soll!

Tag der Regionen 2019: Weil Heimat lebendig ist – und bleiben soll!

Jubiläumslogo 20 Jahre Tag der Regionen

Jubiläumslogo 20 Jahre Tag der Regionen

Der Tag der Regionen feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Seit dem 27. September finden unter dem diesjährigen Motto „Weil Heimat lebendig ist“ bis zum 13. Oktober 2019 über 1.100 Veranstaltungen in ganz Deutschland statt. Die Aufklärungs- und Wertschätzungsarbeit, die der Tag der Regionen mit seinen vielen Veranstaltungen für die Akteure leistet, ist heutzutage wichtiger denn je. Beispielsweise durch kurze Transportwege kann jeder einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung wertvoller kleinräumiger Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen leisten.

Die zentrale Hauptveranstaltung, der Herbst-Naturmarkt am Wasserschloss in Klaffenbach bei Chemnitz, fand am Erntedankfest, dem 6. Oktober statt.

Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft besuchte die Veranstaltung und forderte eine Stärkung des Regionalgedankens: „Tag für Tag können sich die Verbraucher für regionale Lebensmittel, handwerkliche Produkte und Dienstleistungen entscheiden und die Entwicklung ihrer Region dadurch positiv beeinflussen. Die Verbraucher tragen mit dem Kauf regionaler Produkte und Dienstleistungen zur Stärkung der Wertschöpfung vor Ort bei.“

„Lernort Natur“ als bewährtes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Foto: Baldur Neubauer

„Lernort Natur“ als bewährtes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Foto: Baldur Neubauer

Information ist der Weg zur Akzeptanz

Für die Bevölkerung, insbesondere aber für die Landbevölkerung zählten einst die Jagdausübung ebenso wie die Hausschlachtungen auf den Bauernhöfen zu den natürlichsten Dingen der Welt. Dieses ist in der heutigen, oftmals naturfremden Zeit nicht mehr der Fall. Heute kommt halt eben die Hirschkeule im Supermarkt aus Neuseeland und der Rinder- oder Schweinebraten aus der Fleischfabrik. Grund genug, die Bürger im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zu informieren, bevor auch noch alle Kühe lila werden.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) trat dem Aktionsbündnis „Tag der Regionen“ bereits im Juni 2013 bei. So nutzen seitdem viele Hegeringe und Kreisjägerschaften jedes Jahr die Möglichkeit, sich mit Informationsständen, den „Rollenden Waldschulen“ und vielen weiteren Aktionen der (nichtjagenden) Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein probates Mittel der Öffentlichkeitsarbeit, da diese Veranstaltungen auch von vielen Großstadtbewohnern besucht werden.

Es fanden im Jahre 2018 bundesweit 1179 Veranstaltungen statt, deren Themenbereiche, wie bei allen anderen Veranstaltungen in den Jahren zuvor, vielseitig waren. Neben dem Informations-, Erfahrungs- und Ideenaustausch kommt auch regelmäßig der Präsentation der Vorteile regionaler landwirtschaftlicher Produkte gebührende Beachtung zu. Hier bietet sich die Präsentation von unserem heimischen Wildbret und von Wildprodukten als nachhaltige Lebensmittel aus freier Wildbahn förmlich an.

Ebenso ist aber auch die Information über unser Wild und deren Lebensraum wichtig, denn das Wissen darüber hat sich doch in den letzten Jahrzehnten geändert. Hier kommt es denn u. a. auch darauf an, unsere Mitmenschen über die Leistungen der Jägerschaft für den Natur- und Landschaftsschutz zu informieren. Machen wir die Bürger darauf aufmerksam, dass die Anlage und der Erhalt von Lebensräumen teuer und arbeitsaufwändig sind, insbesondere dann, wenn noch Flächen angekauft oder gepachtet werden.

Um bejagbare, gesunde und artenreiche Wildbestände zu erhalten, investieren Jäger viel Arbeit und Geld in ihre Reviere – gemessen z. B. an den oftmals bescheidenen Niederwildstrecken, die durch die Erhaltung und Schaffung von Ruhezonen, Deckungs- und Äsungsflächen als Lebensraumverbesserung ermöglicht werden. Doch diese Flächen sind in unserer gewachsenen Kulturlandschaft ja nicht nur für jagdbare Wildarten wichtig, sie dienen auch in einem ganz erheblichen Umfang der Erhaltung nicht jagdbarer Arten sowie dem Erhalt schützenswerter Pflanzenarten.

Bei den Landesjagdverbänden laufen darüber hinaus landesweite Programme zur Lebensraumerhaltung und zum Schutz seltener Arten, die weitgehend aus Mitgliedsbeiträgen der Jägerschaft finanziert werden. Kein anderer Naturschutzverband investiert flächendeckend vergleichbare Mittel in diesem Ausmaß zur Lebensraumerhaltung und Lebensraumverbesserung für wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Um die Nachhaltigkeit solcher Maßnahmen zu erhöhen, muss in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz für die Jagd und die ehrenamtliche Tätigkeit der Jägerschaft erhalten bzw. erlangt werden.

Welche Leistungen von der Jägerschaft und deren Dachverbänden (DJV/LJV) als staatlich anerkannte Naturschutzvereinigungen erbracht werden, sollte daher auch verstärkt auf regionalen Veranstaltungen vermittelt werden – „Die Jägerschaft zählt nicht Frösche, sondern erbringt Leistung für Lebensräume!“ Wir sollten zudem rechtzeitig unseren Jägernachwuchs in die Öffentlichkeitsarbeit mit einbinden, denn wer den Nachwuchs nicht fordert und fördert, hat keine Zukunft. 

Fazit

Um die Bürger zu informieren, bietet sich insbesondere für Hegeringe und Kreisjägerschaften der TAG DER REGIONEN als Veranstaltung an. Öffentlichkeitsarbeit ist auch für die Jägerschaft von der Basis her wichtig – was oftmals leider noch unterschätzt wird. Man kann daher nicht immer nur unsere Dachverbände bemängeln, wenn nach der Meinung aus unseren Reihen zu wenig getan wird.

Machen wir aber auch unseren Mitmenschen klar, dass wir unsere Kulturlandschaft nicht in die Landschaft von Alaska transformieren können und das vernünftige Maßnahmen nicht ausschließlich durch Gesetze oder durch die Änderung der Gesetze realisierbar sind.

Die Worte von Tacitus: „Im verdorbensten Staat gibt‘s die meisten Gesetze“ lassen sich ebenso auf den Natur- und Landschaftsschutz anwenden. Bedenken wir aber in unserem Handeln, dass oftmals die Information der beste Weg zur Akzeptanz ist.

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