Wilderei ist kein Kavaliersdelikt

Wilderei ist Tierleid, nicht Romantik und Mythos – Der BJV verurteilt jede Art von Wilderei aufs Schärfste und fordert mehr Respekt vor der Natur und den Wildtieren.

Die Aufklärungsquote bei Jagdwilderei liegt gerade einmal bei rund 26 Prozent.

Die Aufklärungsquote bei Jagdwilderei liegt gerade einmal bei rund 26 Prozent. (Symbolbild: mtorben)

Immer wieder wurden in den letzten Wochen Fälle von grausiger Wilderei bekannt, wo Tiere mit Schlingen gefangen oder mit fürchterlichen Schussverletzungen aus nichtjagdlichen Waffen qualvoll zu Grunde gingen. „Mit Romantik hat das nichts zu tun“, betont Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV). „Wilderer handeln einfach nur kriminell.“ Über 200 Fälle pro Jahr werden bayernweit von der Polizei erfasst. Die Dunkelziffer aber liegt viel höher. Bisher konnten auch nur wenige Täter verurteilt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 26 Prozent. Der Grund: Die Beweissicherung ist ausgesprochen schwierig, weil viele der gewilderten Tiere einfach mitgenommen oder irgendwo in der Natur entsorgt und so nicht entdeckt werden.

Die Motive der Wilderer sind unterschiedlich: Manche Wilderer wollen die Trophäe, andere wildern, um billig an Wildfleisch zu kommen. Es gibt aber auch Wilderer, die einfach nur Tiere töten wollen. „Wilderei ist eine Straftat und muss strafrechtlich mit allen Konsequenzen verfolgt werden“, sagt Thomas Schreder. „Der BJV verurteilt alle Verstöße gegen das Tierschutz-, Naturschutz-, Jagd- und Waffengesetz. Wir als anerkannter Naturschutzverband fordern einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Wildtieren in Feld und Wald.“

Das gilt nicht nur für Jagdwilderei sondern auch für die Wilderei von Tieren, die unter Naturschutz stehen, wie etwa der Luchs. Deshalb hat der BJV zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem WWF sich für einen bayerischen „Aktionsplan Wilderei“ stark gemacht. Thomas Schreder: „Die Gesellschaft nimmt heute unter dem Vorzeichen des weltweiten Artensterbens Wilderei-Delikte ernst, nicht nur im fernen Afrika, sondern auch bei uns vor der Haustür. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ermittlungen endlich auch zu Prozessen und gegebenenfalls auch zu einer Verurteilung des Täters führen. Unser Anliegen ist es, Polizei, Staatsanwälte und Richter auf diesem Weg zu ermutigen und zu unterstützen.“

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbands (BJV) vom 10. Januar 2020, Feldkirchen

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