Wildbretabsatz in der Corona-Krise

Waidgerecht bis auf den Teller

Wildbret ist das kostbarste, am nachhaltigsten erzeugte Fleisch auf dem Markt (Foto: © LJV Ba.-Wü.)

Wildbret ist das kostbarste, am nachhaltigsten erzeugte Fleisch auf dem Markt (Foto: © LJV Ba.-Wü.)

Momentan wird vermehrt die Sorge geäußert, der Wildabsatz würde aufgrund der Corona-Krise zusammenbrechen: Die Gastronomie ist auf unbestimmte Zeit lahmgelegt, große Wildhändler drohen mit Annahmestopps.

Das ist sehr tragisch und mit einer gewissen Sorge zu betrachten. Dennoch darf dies kein Grund sein, auf die Jagd zu verzichten, über Schonzeitverlängerungen nachzudenken oder gar erlegtes Wild über Verwahrstellen zu entsorgen!

Unser Wildbret ist das kostbarste, am nachhaltigsten erzeugte Fleisch auf dem Markt! Es ist ureigene Aufgabe der Jäger, verantwortungsvoll und nachhaltig mit diesem Lebensmittel umzugehen. Es ist auch eine große Chance für Jagd und Jäger, die momentane Situation für ein besseres Image in der Bevölkerung zu nutzen. Der Verbraucher sucht nach Wild! Geben Sie ihm die Möglichkeit auch welches zu finden.

Bemühen Sie sich, ein einwandfreies, ansehnliches und schmackhaftes Produkt aus eigener Erzeugung anzubieten! Es gibt keinen besseren Werbeträger als den Jäger selbst.

Aber von allein wird der Kunde nicht kommen. Gehen Sie in die Offensive und bewerben Sie ihr Wild aus heimischer, nachhaltiger Jagd und damit auch die Jagd!

Oft sind das Fehlen einer ordentlichen Wildkammer bzw. Zeit oder auch Können die größten Hindernisse. 

Durch eine neue Ausnahmeregelung des MLR ist es ab sofort möglich, das eigene Wild bei einem Metzger zerwirken und weiterverarbeiten zu lassen. 

Damit kann die eigene Kundschaft anstatt nur mit Bratenstücken auch mit Wildbratwürsten versorgt werden. Konserven, Fertiggerichte und Rauchfleisch oder Schinken sind wenige weitere Beispiele, wie Sie Ihren Absatz ankurbeln können. Eine genaue Darstellung der Ausnahmeregelung folgt in Kürze.

Die Verwertung des selbst erlegten Wildes in der eigenen Küche ist ein weiterer Punkt, den man beachten sollte. Im durchschnittlichen Revier fallen in den nächsten Monaten 4-5 Stücke Rehwild und das eine oder andere Stück Schwarzwild. Diese Menge an tatsächlich anfallendem Wildbret pro Jägerhaushalt ist, in Relation zu käuflich erworbenen tierischen Produkten aus der regulären Fleischproduktion, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Würde mehr Wild durch den Jägerhaushalt selbst verbraucht werden, gäbe es kein Überangebot, der Markt wäre entlastet und die Preise stabiler.

Die Waidgerechtigkeit darf nicht enden, wenn das Stück aufgebrochen beim Wildhändler oder Gastronom in die Kühlung gehängt wird. Waidgerechtigkeit bedeutet genauso, stolz auf das eigene Handwerk zu sein. Und zum Handwerk des Jägers gehört untrennbar auch die ordentliche Verarbeitung, Verwertung und Vermarktung des eigenen Wildes!

Bei Fragen oder für Tipps zur Direktvermarktung oder Verwertung im eigenen Haushalt sowie rechtlichen Aspekten können Sie sich gerne jederzeit bei Samuel Golter, LJV, Förderung Wildbretvermarktung (sg(at)landesjagdbverband.de) melden.

  

Quelle: Landesjagdverband Baden-Württemberg e. V. vom 20. April 2020, Stuttgart

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