Wespen, Hornissen, Hummeln und Wildbienen

Von den 16 verschiedenen Wespenarten in Deutschland sind es meist nur zwei Arten, die dem Menschen zur Plage werden 

Eine Deutsche Wespe (Foto: David Hablützel)

Eine Deutsche Wespe (Foto: David Hablützel)

Es gibt in Deutschland 16 verschiedene Wespenarten, von denen im Wesentlichen aber nur zwei Arten (bedingt durch ihr Nahrungsspektrum und die Affinität zu süßen Speisen und Fleisch) häufig in Konflikt mit dem Menschen geraten und schnell zur Plage werden: Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. 

Diese Wespenarten sind soziale Wespen, die einen Staat bilden, das allseits bekannte papierähnliche Wespennest mit einer Einflugöffnung und meist regem Flugverkehr in den Sommermonaten.

Diese beiden Wespenarten unterliegen „nur“ dem allgemeinen Schutz nach § 39 Abs. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Danach ist es u. a. untersagt, die Tiere OHNE VERNÜNFTIGEN GRUND zu stören oder ihre Nester zu beseitigen. Gemäß den Vollzugshinweisen zum Artenschutzrecht des Ausschusses „Arten- und Biotopschutz“ ist der „Schutz vor Wespen“ bei Konflikten ein vernünftiger Grund und somit der Verbotstatbestand nicht erfüllt.

Im Klartext heißt das, dass Wespennester an Häusern oder in Wohnungen, also überall dort, wo sie in unmittelbarer Nähe zu menschlichen Behausungen sind und eine Gefahr darstellen könnten, ohne Ausnahmegenehmigung seitens der Behörde beseitigt werden dürfen (vorzugsweise von Sachkundigen!).

Anders sieht die Situation bei Hornissen, Hummeln und Wildbienen aus: Diese unterliegen einem besonderen Schutz nach § 44 BNatSchG. Ihre Nester dürfen NUR mit Ausnahmegenehmigung oder Befreiung der zuständigen Behörde beseitigt werden. Die Behörde entscheidet jeweils im Einzelfall nach Gesetzeslage.

Unabhängig von den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes ist es wünschenswert, auch Wespenvölker, die durch den Nestbau in Konflikt mit den Menschen geraten sind, zu schützen. Der NABU hat ein ehrenamtliches Hornissen-Beraternetz entwickelt, in dem auch versierte Fachkräfte für die sachkundige Umsiedlung von Wespenvölkern, soweit erforderlich, zur Verfügung stehen.

Auskunft erteilen der NABU und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, Team Artenschutz.

 Oftmals reicht aber auch schon ein besonnenes Verhalten (Insektenschutz an Fenstern, Gläser und Speisen abdecken, nicht nach den Insekten schlagen…), um größere Konflikte zu vermeiden. Die lästige „Plage“ verschwindet ohnehin mit dem natürlichen Absterben des Wespenvolkes in den Herbstmonaten.

 

Quelle: Pressemitteilung des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz des Saarlandes, Saarbrücken

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