Weiterer Wolf in M-V besendert

Älterer Wolfsrüde Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Einfluss des Wolfes auf Schalenwild, mit Schwerpunkt Damwild“ gefangen und besendert.

Wolf nach der Besenderung (Foto: N. Stier & V. Meißner-Hylanová)

Wolf nach der Besenderung (Foto: N. Stier & V. Meißner-Hylanová)

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Einfluss des Wolfes auf Schalenwild, mit Schwerpunkt Damwild“ wurde am 22. April 2020 durch Wissenschaftler der AG Wildtierforschung der Professur für Forstzoologie an der Technischen Universität Dresden im Territorium des Jasnitzer Rudels ein älterer Wolfsrüde gefangen und besendert. Ob der Rüde WR9 mit dem Namen „Einar“, wie vermutet, der Rüde des Jasnitzer Rudels ist, wird aktuell mittels Genetik noch geklärt. Der Rüde wies Bissverletzungen an beiden Wangen auf, vermutlich verursacht durch einen anderen Wolf. Ob er diese Verletzung ausheilen kann, wird die Zukunft zeigen. 

Das 2015 gestartete Forschungsprojekt wurde in der ersten Projektphase aus Mitteln der Jagdabgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie des Deutschen Jagdverbandes, des Landesjagdverbandes und des Freundeskreises „Freilebender Wölfe“ finanziell unterstützt. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Jagdbeirat des Landes beschlossen Ende 2019 die Fortführung des Projektes und dessen weitere finanzielle Unterstützung bis Ende 2022. Auch der Freundeskreis „Freilebender Wölfe“ unterstützt das Projekt weiterhin. Der DJV prüft momentan eine weitere Unterstützung für die zweite Projektphase.

„Mein Dank gilt allen Partnern und Mitwirkenden dieses einzigartigen Projekts, durch das wissenschaftliche Grundlagen für eine wissensbasierte Entscheidungsfindung im Umgang mit dem Wolf geschaffen werden“ betont Minister Dr. Till Backhaus.

Zu den Projektpartnern und Mitwirkenden vor Ort gehören insbesondere das Forstamt Jasnitz der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern, der Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz der Bundesanstalt für Immobilien-aufgaben sowie viele Jägerinnen und Jäger vor Ort, für deren Unterstützung die Mitarbeiter der TU Dresden als Projektbearbeiter dankbar sind.

Im Rahmen der ersten Projektphase 2015-2019 wurden insgesamt 20 Stück Damwild in 2 Untersuchungsgebieten (Jasnitz & Ueckermünde) und 2 Wölfe (im Gebiet Ueckermünde) mit GPS-Halsbandsendern markiert. Außerdem wurden in den Jahren 2016-2018 im Untersuchungsgebiet Jasnitz insgesamt 48 Damkälber mit Miniaturohrmarkensendern ausgestattet. Dadurch war wie im Forschungsvorhaben angestrebt eine parallele Telemetrie von Räuber und Beute möglich. Weiter wurden im Forschungsprojekt Risse von Wölfen an Wildtieren dokumentiert und u.a. das Rückkehr- und Nutzungsverhalten der Wölfe an ihre Beute analysiert.

In der zweiten Projektphase soll auch verstärkt versucht werden, Wölfe aus anderen Rudeln zu telemetrieren, um von ihnen gerissene Beutetiere zu finden. Hierbei erfolgt eine intensive Zusammenarbeit mit den örtlichen Jägern und Wolfsbetreuern.

Für das Land Mecklenburg-Vorpommern wird gegenwärtig von insgesamt 8 Rudeln (Jasnitz, Grabow, Kaarzer Holz, Retzow-Jännersdorfer Heide, Nossentiner Heide, Müritz-Nationalpark, Torgelow, Ueckermünder Heide [in der Reihenfolge von West nach Ost]) und 2 Wolfspaaren (Lübtheen, Billenhagen) ausgegangen,

Sichtungen oder andere Hinweise im Zusammenhang mit Wölfen können unter der Nummer 0170-7658887 oder auch per E-Mail an das Wolfsmonitoring gemeldet werden. Diese Meldungen stellen einen wichtigen Baustein dar, um das Vorkommen und das Verhalten der Wölfe einschätzen und in geeigneter Weise reagieren zu können.

Auf der Internetseite https://www.wolf-mv.de sind alle Kontaktdaten im Überblick (auch zu den Projektpartnern) und Informationen zu Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

 

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern vom 18. Mai 2020, Schwerin

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