Vogelgrippe bei Wildvogel in Brandenburg bestätigt

Bundeslandwirtschaftsministerin appelliert an Geflügelhalter, verstärkt auf Biosicherheit zu achten.

Die Vogelgrippe wurde zuerst bei einem Wildvogel festgestellt. Besonders betroffen sind Wasservögel wie hier Graugänse, Stockenten, Möwen etc.

Die Vogelgrippe wurde zuerst bei einem Wildvogel festgestellt. Besonders betroffen sind Wasservögel wie hier Graugänse, Stockenten, Möwen etc. (Foto: Krzysztof Niewolny)

Die zuständigen Behörden in Brandenburg haben heute einen Fall von hochpathogener Aviärer Influenza (HPAI, „Vogelgrippe“) bei einem Wildvogel gemeldet. Der Kadaver des Tieres wurde im Landkreis Spree-Neiße gefunden. Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesinstitut für Tiergesundheit, hat den HPAI-Fall mittlerweile bestätigt. Die Vogelgrippe tritt bereits seit mehreren Wochen in Mittel- und Osteuropa auf. In den vergangenen Wochen hatten unter anderem Ungarn, Rumänien, Tschechien und Polen Fälle gemeldet. 

In Deutschland handelt es sich aktuell um einen Einzelfall – Hausgeflügel ist nicht betroffen. Die zuständigen Behörden in Brandenburg haben bereits reagiert und das Wildvogelmonitoring mit Schwerpunkt auf Wassergeflügel verstärkt sowie die Geflügelhalter zur konsequenten Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen aufgerufen.

Es gilt nun, in Deutschland zu verhindern, dass die Tierseuche auf Hausgeflügel übergreift. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ruft daher geflügelhaltende Betriebe – auch Privathalter – dazu auf, die Maßnahmen zur Biosicherheit in ihren Beständen zu verstärken. Dazu gehört vor allem, einen möglichen Eintrag des Virus durch Kontakt zu Wildvögeln zu vermeiden.

Informationen zu Schutzmaßnahmen hat das Bundesministerium unter folgenden Link zusammengestellt: https://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/Gefluegelpest-MassnahmenTierhalter.html

Die Vogelgrippe tritt in Europa immer wieder in der kalten Jahreszeit auf. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass der Ausbruch der Tierseuche bei Wildvögeln keine Auswirkungen auf den internationalen Handel hat.

    Hintergrundinformation zur „Vogelgrippe“:

    Die Aviäre Influenza ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Unterschieden wird zwischen der hochansteckenden (high pathogen) Form und einer weniger ansteckenden Form (low pathogen).

    Als „Klassische Geflügelpest“ wird eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza bei Geflügel und anderen Vögeln bezeichnet, die durch hoch pathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Sie ist eine in der Tiermedizin seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannte Infektionskrankheit, die vor allem Hühnervögel und Puten, aber auch Wassergeflügel wie Enten und Gänse befällt.

    Diese „Vogelgrippe“, wie sie in der allgemeinen Öffentlichkeit bezeichnet wird, ist eine Tierseuche, die hohe Verluste verursachen kann, wenn sie in Nutztierbestände eingeschleppt wird. Infektionen mit anderen Subtypen bleiben meist ohne gravierende klinische Auswirkungen.

    Wassergeflügel bildet ein natürliches Reservoir für die Viren, insbesondere für niedrig pathogene Influenzaviren. Solche niedrig pathogenen Influenzaviren können sich allerdings bei Wirtschaftsgeflügel wie etwa Hühnern und Puten, zur hoch pathogenen Form umwandeln; dann tritt das klinische Bild der Geflügelpest auf.

    Quelle: Presseinformation des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 20. Januar 2020, Berlin

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