Toter "Wolf" entpuppt sich als Goldschakal

Dritter offizieller Nachweis eines Goldschakals in Niedersachsen nach 2015

Haupt des toten Goldschakals mit Gliedermaßstab (© Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.)

Haupt des toten Goldschakals mit Gliedermaßstab (© Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.)

Im Rahmen des Wolfsmonitorings wurde am 2. Juni 2020 gegen 16 Uhr ein toter Wolf am Autobahnkreuz Hannover/Kirchhorst auf der Beschleunigungsspur der A7 in Richtung Hamburg gemeldet. Der hinzugerufene Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., Raoul Reding, nahm – nach Absicherung der Fundstelle durch die Autobahnpolizei – den Kadaver in Augenschein und stellte schnell fest, dass es sich hierbei keineswegs um einen Wolf, sondern um einen Goldschakal – wissenschaftlich Canis aureus – handelte.

Dieses Verkehrsopfer stellt für Niedersachsen den 3. offiziellen Nachweis eines Goldschakals dar. Der erste Nachweis erfolgte im Jahr 2015 im Landkreis Cuxhaven durch die genetische Untersuchung einer vermeintlichen Wolfslosung und der Zweite im Jahr 2017 am Stadtrand von Osnabrück, dabei handelte es sich ebenfalls um einen Totfund. 

Die tödlich verunfallte Goldschakal-Fähe in der Totalen (© Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.)

Die tödlich verunfallte Goldschakal-Fähe in der Totalen (© Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.)

Goldschakale sind nahe Verwandte der Wölfe. Ursprünglich kommen sie in weiten Teilen Südosteuropas und Asiens vor. Ihr Nahrungsspektrum besteht primär aus mittelgroßen Säugetieren, Nagetieren, Vögeln, Amphibien, Insekten, Obst, Pflanzenknollen, Mais, Aas und Abfall.

Vermutlich haben die steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen wie auch die jahrzehntelange Abwesenheit natürlicher Feinde dazu geführt, dass sich die Population auf natürlichem Weg nach Norden hin ausbreitet. Mehrfach wurden Goldschakale mittlerweile im Baltikum und auch in Dänemark und den Niederlanden nachgewiesen. Auch in Deutschland hat es in den letzten Jahren mehrere einzelne Nachweise gegeben – unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Um weitere Erkenntnisse über die 10kg schwere Fähe zu erlangen, wird der Kadaver pathologischen Untersuchungen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover unterzogen. Genetische Untersuchungen sollen Auskunft darüber geben, ob und wo das Tier bereits nachgewiesen wurde.

 

Quelle: Meldung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V./Wolfsmonitoring.com vom 04.06.2020

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