Tierschutz: Bundesverdienstkreuz für Jäger und Falkner

2.100 Greifvögel und Eulen hat er bis heute gepflegt: Der Falkner und Jäger Hans-Jürgen Görze hat das Bundesverdienstkreuz für seinen Einsatz im Tier- und Artenschutz erhalten. DFO und DJV gratulieren zu der hohen Auszeichnung.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk verleiht Hans-Jürgen Görze (DFO) das Bundesverdienstkreuz. (Quelle: Lechner/DJV)

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk verleiht Hans-Jürgen Görze (DFO) das Bundesverdienstkreuz. (Quelle: Lechner/DJV)

Hans-Jürgen Görze, Leiter der Auffangstation für Greifvögel und Eulen des Deutschen Falkenorden (DFO), wurde von Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk vergangenen Freitag das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der Falkner und Jäger wurde geehrt für seinen jahrzehntelangen Einsatz im praktischen Greifvogel-, Tier- und Artenschutz. DFO, Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) und Deutscher Jagdverband (DJV) gratulieren. Görze hat in der DFO-Station seit Gründung vor 16 Jahren rund 2.100 Patienten behandelt, aufgezogen oder gesund gepflegt. Zusammen mit der Fachtierärztin Dr. Ruth Kothe und seinem Stellvertreter Rudolph Manz sorgt er für aus Nestern gefallene Turmfalken oder Waldkäuze, für Spezialisten wie Wespenbussard oder Habicht, Sperber und Wanderfalke, die Hochleistungssportler unter Greifvögeln. 

"Das Wissen um die Bedürfnisse des Greifvogels versetzt Falkner in die Lage, Patienten selbst bei schlechter Diagnose – wie beispielsweise Knochenbrüchen – zu trainieren und anschließend bei bester Fitness und vollständig gesund in die Natur zu entlassen", so DFO-Präsidentin Elisabeth Leix. "Engagierte Falkner und Jäger beweisen täglich, dass sie ausgesprochene Fachleute im Umgang mit der Natur sind", sagt DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Jagdliches und falknerisches Wissen sind Voraussetzung für Pflege und Rehabilitation hilfsbedürftiger Greifvogel- und Eulenpatienten. 

Im Jahr 2015 konnte Hans-Jürgen Görze nach zehn Jahren ein Projekt zur Wiederansiedlung von Steinkäuzen in der Nähe der Station in Karlsdorf erfolgreich abschließen. Er hat den Lebensraum vor Ort verbessert und 128 gezüchtete Steinkäuze ausgewildert. Diese bilden heute ein stabiles Vorkommen in der Region. Ein länderübergreifendes Projekt zur Wiederansiedlung einer baumbrütenden Wanderfalkenpopulation in Polen unterstützt Görze mit gezüchteten Wanderfalken: Junge Tiere werden hierzu in künstlichen Baumhorsten ohne Kontakt zu Menschen aufgezogen und später in der sogenannten "Wildflugmethode" ausgewildert. Sie erkennen so verlassene Krähen- oder Bussardnester als mögliche eigene Brutstandorte. Hans-Jürgen Görze ist DFO-Bundesobmann für Greifvogelschutz und zweiter Vorsitzender des DFO Baden-Württemberg.

In einem Video geben DFO und DJV Einblick in die vielfältigen Leistungen der Auffangstationen Deutschlands.

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Hungrig verlieren Greifvögel ihre natürliche Scheu vor menschlichen Behausungen, Autobahnen oder Zugtrassen: Sie kontrollieren vermehrt Böschungen von Straßen nach verunfallten Kleintieren oder beginnen in Taubenschläge einzubrechen. Oft kollidieren sie dann mit Fahrzeugen oder Fensterscheiben und werden verletzt oder extrem geschwächt aufgegriffen. Schnelle und fachkundige Hilfe bieten spezialisierte Tierärzte, Jäger und Falkner. Sie betreiben deutschlandweit ehrenamtlich Stationen, die sich der Pflege verunfallter oder ausgehungerter Greifvögel sowie der Aufzucht verwaister Jungvögel verschrieben haben. Deutscher Jagdverband (DJV) und Deutscher Falkenorden (DFO) stellen hier die Leistungen vor. Da sich die Pflegestellen fast ausschließlich über Spenden finanzieren, rufen beide Verbände zu Spenden an die Stationen auf.

 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbands (DJV) vom 16. November 2020, Berlin/Karlsdorf

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