Tiergesundheits-Troika“ etabliert 

Deutschland, Polen und Tschechien vereinbaren abgestimmte Maßnahmen und Kooperation im Kampf gegen Afrikanische Schweinepest

Wald (Foto: jplenio)

Wald (Foto: jplenio)

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat ihren polnischen Amtskollegen, Grzegorz Puda, und ihren tschechischen Amtskollegen, Miroslav Toman, gestern zu einer Videokonferenz eingeladen, um das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) abzustimmen.

Die bisherigen Fälle von ASP bei Wildschweinen in Brandenburg sind auf Gebiete in unmittelbarer Grenznähe zu Polen beschränkt. Der Ausbruch in Sachsen ist von Tschechien nur gute 60 Kilometer entfernt.

Deshalb, so betonte Bundesministerin Klöckner, sei es so wichtig, die Situation gemeinsam im Auge zu behalten und grenzübergreifend die ASP zu bekämpfen. Der polnische und der tschechische Minister dankten der deutschen Landwirtschaftsministerin für ihre Initiative, dieses trilaterale Format – sowohl auf Ebene der Minister, als auch auf Ebene der Chefveterinäre der drei Länder – zu etablieren.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist bereits seit Dezember 2019 mit dem polnischen Landwirtschaftsministerium in ständigem Austausch zum Thema ASP. Bilaterale Beratungen auf Fachebene, insbesondere der Chefveterinäre, zur Abstimmung von Präventionsmaßnahmen gegen die ASP im deutsch-polnischen Grenzgebiet finden regelmäßig statt.

Bundesministerin Julia Klöckner erklärte, es gehe jetzt darum, mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung zu verhindern, dass sich die ASP weiter ausbreitet. Dafür seien vielfältige und abgestimmte Maßnahmen nötig: „Wir haben gegenseitige Unterstützung vereinbart – sowohl materiell als auch durch fachliche Expertise. Bei der Bekämpfung der ASP – national sowie grenzüberschreitend – sind Deutschland, Polen und Tschechien aufeinander angewiesen. Auch wenn sich die Situation in jedem Land etwas anders darstellt, profitieren alle von einer engen Abstimmung.“

Einig war man sich, dass die Koordinierung und ein regelmäßiger Austausch aller drei Länder wichtig und notwendig seien. So wurde vereinbart, dieses trilaterale Format fortzusetzen und als „Tiergesundheits-Troika“ zu verstetigen – sowohl auf Ebene der Landwirtschaftsminister als auch auf Ebene der Chef-Veterinäre von Deutschland Polen und Tschechien. 

Darüber hinaus soll durch bessere Abstimmung der Maßnahmen verhindert werden, dass sich die ASP weiterverbreitet. Dabei könnte eine verstärke Kadaversuche helfen, aber auch abgestimmte Bejagung in den Grenzgebieten, damit keine Tiere aufgescheucht und die Seuche so – auch über Grenzen – verschleppt wird. 

Bereits im Dezember wollen sich die drei Minister wieder über das Thema ASP austauschen. Ein Treffen soll im Rahmen des Agrarrates im Dezember in Brüssel stattfinden.

Hintergrund:

In Polen gibt es seit 2014 ein aktives ASP-Geschehen, das sich in Richtung Westen ausgebreitet hat. Seit Januar waren bereits Fälle von ASP in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland aufgetreten. Nachdem am 10. September 2020 ein erster Fall von ASP bei einem Wildschwein in Brandenburg bestätigt wurde, gab es – wie erwartet wurde – weitere Fälle in Deutschland. Ein erster Fall von ASP bei einem Wildschwein in Sachsen wurde am 31. Oktober bestätigt.

In Tschechien wurde der erste Fall im Jahr 2017 gemeldet. Es handelte sich hier um ein sehr lokales Geschehen mit einem punktförmigen Eintrag. Die Tschechische Republik bekämpfte die Tierseuche umfassend und schnell. Seit 2018 wurde kein Ausbruch der ASP dort mehr gemeldet. Damit gilt Tschechien als ASP-frei.

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wir vor frei von ASP. Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 11. November 2020, Berlin

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