Stellungnahme des DBJV zur Jagdgesetznovelle 

Der Deutsche Bogenjagdverband sieht im tierschutzgerechten Einsatz von Jagdpfeilen eine mögliche Alternative zur konventionellen Jagdausübung 

Jagdpfeile neben Jagdkugelpatronen (Foto: Christian Heinz)

Jagdpfeile neben Jagdkugelpatronen (Foto: Christian Heinz)

Ende Juli 2020 wurde der Deutsche Bogenjagdverband (DBJV) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtshaft um eine Stellungnahme zum „Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes“ gebeten.

„Dieser Aufforderung sind wir mit einem dreiseitigen Antwortschreiben Ende August natürlich gerne nachgekommen“, sagt Jan Riedel, Präsident des DBJV. „Dem Ministerium geht es in dem uns vorliegenden Referentenentwurf um wichtige Aspekte wie Nachhaltigkeit, Bleiminimierung, geringes Risiko durch Abpraller, Vereinheitlichung von Prüfungsleistungen usw., allesamt relevante Aspekte zeitgemäßer Jagdausübung, die wir im Deutschen Bogenjagdverband schon lange umgesetzt haben. Deshalb sind wir auch bestrebt Frau Klöckner den waid- und tierschutzgerechten Einsatz von Jagdpfeilen als alternatives Jagdmittel zu der konventionellen Jagd mit der Schusswaffe ans Herz zu legen“, führt Riedel weiter aus.

Wissenschaftliche Erhebung zum Thema „tierschutzgerechter Einsatz von Jagdpfeilen und deren Abprallverhalten“ als erster Schritt

Nach intensiver Recherche durch den DBJV lagen dem 1975 initiierten Verbot der Jagd mit Pfeil und Bogen in Deutschland keine belastbaren und wissenschaftlich fundierten Fakten zugrunde. Daher unterstützt der DBJV Bestrebungen, wissenschaftliche Arbeiten und Feldversuche zur Validierung des Einsatzes von modernen Jagd-Bögen und -Pfeilen als zusätzliches Jagdmittel in Deutschland anzufertigen.

Der moderne Jagdpfeil: Nachhaltig, waid- sowie tierschutzgerecht, emissionsfrei und mit zu vernachlässigender Gefährdung durch Abpraller

Der moderne Jagdpfeilschaft besteht aus Carbon. Die Schneiden der hochmodernen Jagdspitzen aus gehärtetem Stahl. In der Regel durchdringt der Jagdpfeil den Wildkörper in Gänze, ohne dabei zu splittern oder sich zu verformen. Die rasiermesserscharfen Schneiden töten ebenso schnell wie Bleifreimunition, jedoch mit dem entscheidenden Vorteil, dass eine Schadstoffbelastung des Tierkörpers sowie der Umwelt vollständig ausbleibt, da der Jagdpfeil wiederverwendet werden kann und darüber hinaus sogar noch dem Ziel der Nachhaltigkeit Rechnung trägt.

Vorangegangene Feldstudien, z. B. aus Dänemark, Spanien und Frankreich belegen dies eindrücklich und auch, dass die Gefährdung durch Abpraller oder Splitter weit unter der eines zur Jagd geeigneten Feuerwaffengeschosses liegt.

Vereinheitlichung der Prüfungsvoraussetzungen und Schießübungsnachweis

Die Vereinheitlichung der Prüfungsvoraussetzungen bei der Jägerausbildung wird vom DBJV ausdrücklich befürwortet. Der Verband selbst führt seit seiner Gründung 1999 deutschlandweit ebenfalls schon eine international anerkannte, standardisierte Ausbildung und Prüfung nach IBEP (International Bowhunter Education Program) durch und erachtet dabei eine fundierte sowie erfolgreiche Ausbildung zum Jäger nach deutschem Recht als sehr gute Voraussetzung, um diese Prüfung erfolgreich ablegen zu können. Ebenso ist es laut Statuten des DBJV erforderlich, alle 5 Jahre die Schießprüfung erfolgreich wiederholt abzulegen. Daher wird auch dieser Punkt des Änderungsvorschlags unterstützt.

Der Umgang mit der Bejagung von Schwarzwild im urbanen Bereich

In vielen europäischen Ländern ist der zusätzliche Einsatz von Pfeil und Bogen durch versierte Jäger zur Erlegung von Wildtieren in besonderen Gebieten, wie beispielsweise urbanen Bereichen mit angrenzenden Wäldern oder Stadtparks, lange schon ein probates Mittel. Die relativ geringe Gefährdung durch Abpraller oder Querschläger sowie die geringere Beunruhigung in stark von Menschen frequentierten Bereichen, machen hier den entscheidenden Unterschied.

Fazit

Zur zusätzlichen Unterstützung der durch die Novellierung des Bundesjagdgesetztes verfolgten Ziele, wäre eine vom Bund unterstützte Forschungsarbeit zu den oben genannten Forschungsfragen, im Kontext des Einsatzes von Pfeil und Bogen als zusätzliches Jagdmittel zu begrüßen.

Hinsichtlich der avisierten Änderungen des Referentenentwurfs, auf die hier nicht explizit eingegangen worden ist, stimmt der Deutsche Bogenjagdverband mit den entsprechenden Positionen des Deutschen Jagdverbands (DJV) überein, nicht zuletzt, da über 90 Prozent der Mitglieder des DBJV im Besitz eines deutschen Jagdscheins sind.

 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bogenjagdverbands (DBJV) vom 02. September 2020, Biederbach

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