Schwarzwild waidgerecht bejagen

Vorsitzender des Bayerischen Jagdschutzvereins Miltenberg ruft zu einer Schwarzwildbejagung mit Augenmaß auf

Auch in Zeiten der ASP gilt es zuvorderst Frische als Hauptzuwachsträger des Schwarzwildes zu erlegen (Foto: hmauck)

Auch in Zeiten der ASP gilt es zuvorderst Frische als Hauptzuwachsträger des Schwarzwildes zu erlegen (Foto: hmauck)

Die Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung wurde erhöht. Das erleichtert vieles, denn der Aufwand für die Jagd auf die wilde Sau ist hoch. Doch Ralph Keller, Vorsitzender des Bayerischen Jagdschutzvereins Miltenberg, ruft die Jägerschaft auf, jetzt nicht das Fachwissen und die Wertschätzung der Wildtiere ad acta zu legen, weil die Prämien winken. Herzlichen Dank an Ralph Keller für diesen Aufruf:

 

„Liebe Jägerinnen und Jäger, werte Revierpächter und Eigenjagdbesitzer,

lassen Sie uns bitte diesen nicht unumstrittenen Weg jetzt auch als Chance nutzen um unseren Schwarzwildbestand zwar mengenmäßig zu reduzieren aber gleichzeitig auch den Versuch zu wagen, diesen wieder altersmäßig vernünftig zu strukturieren.
Der Haupt-Zuwachsträger beim Schwarzwild ist und bleibt die gut ernährte Frischlingsklasse. Wildbiologen empfehlen seit vielen Jahren den Abschuss von circa 75 % Frischlingen an der Gesamtstrecke und sind überzeugt davon, dass sich damit viele der aufgetretenen Probleme lösen lassen. Bitte machen Sie auch unter dem derzeitigen, monetären Anreiz nicht auf jedes ansichtige Stück „gleich Dampf“.
Jagen Sie bitte scharf, aber unter Beachtung des Muttertierschutzes und einer waidgerechten Jagd. Konzentrieren Sie sich in der Hauptsache auf Frischlinge und schwache Überläufer und haben Sie bitte auch mal den Mut, einem der bereits heute wenigen drei- und mehrjährigen Stücke, die Chance zu geben, älter zu werden und nicht gleich die Kugel anzutragen, da diese zum Einen an der Gesamt-Reproduktion am wenigsten beteiligt sind und zum Anderen erfahrungsgemäß den geringsten Schaden verursachen.
Betrachten Sie unser Schwarzwild bitte nicht als Schadwild sondern als das was es ist – ein Teil unserer Natur – mit durchaus auch positiven Eigenschaften.
Deshalb nochmal mein Appell, jagen Sie intensiv und werden Sie dabei aber bitte Ihrer Rolle als waidgerechte(r) Jäger(in) in Bezug auf einen vernünftigen Altersklassenaufbau und vertretbaren Gesamtbestand gerecht!“

Ralph Keller
Vorsitzender des Bayerischen Jagdschutzvereins Miltenberg

 

Quelle: Bayerischer Jagdverband

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