Schafsriss auf Usedom

Der Verdacht gegen den aus Schleswig-Holstein abgewanderten Problemwolf „GW924m“ erhärtet sich.

Schafe auf einer Weide an der Meeresküste.

Schafe auf einer Weide an der Meeresküste. (Symbolbild: Rudy and Peter Skitterians)

In einer gewerblichen Schafhaltung mit insgesamt 135 Tieren sind am vergangenen Dienstag (19.11.2019) auf Usedom vier Schafe verletzt und ein Schaf getötet worden. Ein Grundschutz war nicht gegeben.

40 Tiere sind bei dem Übergriff ausgebrochen, konnten zwischenzeitlich durch den Halter aber wieder gesichert werden. Ein Rissgutachter konnte vor Ort frische DNA-Spuren sicherstellen. Eine Genetikuntersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt am Main soll nun Aufklärung bringen.

Umweltminister Dr. Till Backhaus nahm den Vorfall zum Anlass, um Tierhalter nochmals dazu aufzurufen, die empfohlenen Schutzmaßnahmen einzuhalten.

+++Update+++

Neue Erkenntnisse zum Rissvorfall auf Usedom

Nach Abgleich des Bildmaterials durch mehrere Sachverständige mit vorhandenem Bildmaterial zurückliegender Rissvorfälle, liegt der Verdacht nahe, dass auch der aktuelle Vorfall dem aus Schleswig-Holstein weitergezogenen Problemwolf „GW924m“ zuzuordnen ist. Das Tier weist nach Angaben der Sachverständigen ein ganz charakteristisches Rissbild auf, dem die auf Usedom vorgefunden Biss- und Fraßspuren sehr ähneln.

Die sichergestellten DNA-Spuren werden derzeit – wie bereits mitgeteilt – durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen/Frankfurt am Main untersucht. Die Analyse hat dort oberste Priorität. Mit den Untersuchungsergebnissen kann im Laufe der nächsten Woche gerechnet werden. Es ist zu hoffen, dass eine Individualisierung des Verursachers erfolgreich ist, um schnellstmöglich Klarheit zu erlangen. „Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse werden wir in Abstimmung mit allen beteiligten Behörden umgehend über das weitere Vorgehen entscheiden“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Der Minister betonte, dass auch ihm der Ernst der Lage sehr wohl bewusst sei. Er verwies darauf, dass die von vielen Seiten im Zusammenhang mit dem Rissvorfall in Grambow geforderte Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Abschuss des Tieres allein nicht die Lösung aller Probleme sei: „Eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung kann nur zeitlich befristet und für ein konkret abgestecktes Gebiet erteilt werden. Bis vor Kurzem hatten wir keine Hinweise dazu, ob sich ‚GW924m‘ überhaupt noch in Mecklenburg-Vorpommern aufhält. Nun müssen wir annehmen, dass er einmal quer durchs Land gewandert ist und möglicherweise weiter nach Polen zieht. Das ist eine völlig neue Sachlage“, so Backhaus.

Gerade mit Blick auf die aktuelle Entwicklung äußerte er sich kritisch zu den jüngsten Forderungen von Frau Schlupp, die in ihren öffentlichen Verlautbarungen suggeriert hatte, man könne die in Schleswig-Holstein erteilte Genehmigung ohne weitere Prüfung für Mecklenburg-Vorpommern übernehmen. „Eine Abgeordnete und Vizepräsidentin des Landesparlaments sollte am besten wissen, dass es gesetzliche Regularien einzuhalten gilt“, mahnte der Minister an.

Quellen: Pressemitteilungen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern vom 21. und 22. November 2019, Schwerin

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