Schaf bei Alheim von „Stölzinger Wölfin“ getötet

Ergebnisse der Genanalyse bestätigen Riss der sesshaften Wölfin

Schaf auf einer Weide (Foto: Ralph Häusler)

Schaf auf einer Weide (Foto: Ralph Häusler)

Für den Riss, bei dem am 28. Oktober 2020 in der Nähe von Alheim-Heinebach im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Schaf getötet wurde, ist die in Nordhessen sesshafte Wölfin (GW1409f) verantwortlich. Dies hat das wildtiergenetische Labor des Senckenberg-Instituts nach Analyse der Genprobe nun dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mitgeteilt, das für das Wolfsmonitoring in Hessen zuständig ist.

Untersuchung vor Ort

Die Situation vor Ort war von einem ehrenamtlichen sachkundigen Wolfsberater im Auftrag des HLNUG untersucht worden. Dieser nahm an dem getöteten Schaf die Genprobe, die nun der sesshaften Wölfin zugewiesen werden konnte. Die so genannte  „Stölzinger Wölfin“ gilt seit April 2020 in Nordhessen als sesshaft (vgl. PM vom 16.04.2020). Sie ist in der Vergangenheit bereits mehrfach durch Übergriffe auf Nutztiere aufgefallen.

Herdenschutz erforderlich

Tierhalter in der Umgebung des Stölzinger Gebirges sollten ihre Tiere mit elektrifizierten Zäunen fachgerecht schützen und die Zaunanlagen regelmäßig kontrollieren. Kommt es trotz eines fachgerechten Herdenschutzes zum Schadensfall durch einen Wolf, erhalten Weidetierhalter Ausgleichzahlungen. Schäden an Nutztieren sollten deshalb umgehend dem HLNUG gemeldet werden – alle Kontakte und Informationen finden sich auf der Homepage (Link unten). Die Kosten für Probennahme und Genanalyse werden im Rahmen des hessischen Wolfsmonitorings vom Land Hessen übernommen.

Hintergrund

Die nach Nordosthessen eingewanderte Stölzinger Wölfin wurde in Hessen erstmals am 1. August 2019 im Schwalm-Eder-Kreis genetisch nachgewiesen. Seitdem wurde sie regelmäßig im Umfeld des Stölzinger Gebirges, einem kleinen Höhenzug zwischen den Landkreisen Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg, bestätigt. Seit dem Frühjahr 2020 gilt sie in dieser Region als sesshaft. Als sesshaft, d.h. standorttreu, gilt ein Wolf dann, wenn er über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einem Gebiet genetisch bestätigt wurde. Ein durchschnittliches Wolfsterritorium in Deutschland umfasst – abhängig von Lebensraum und dort verfügbarer Beute – zwischen 150 – 250 km².

 

Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie vom 17. November 2020, Wiesbaden

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