Protest des BJV erzielt Wirkung 

Bayerischer Jagdverband: Greifvogelschutz ist ein wichtiges Anliegen – aber nicht auf Kosten des Schalenwilds.

Totes Hirschkalb (Foto: Peter Schild)

Totes Hirschkalb (Foto: Peter Schild)

Der gezielte, laute und schnelle Protest von BJV-Vizepräsident Thomas Schreder gegen Inhalte aus der gemeinsamen Veröffentlichung hat sofort Wirkung gezeigt. Die BaySF haben Missverständnisse eingeräumt und in einer Richtigstellung sofort nachgebessert. Weitere Gespräche mit den Verantwortlichen folgen zeitnah. Wertschätzung und Respekt vor unserem Schalenwild liegen dabei im Focus.

Was war passiert?
In einer Pressemitteilung zum Verzicht auf bleihaltige Munition hatten der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) missverständlich dafür geworben, Wildtiere mit bleifreier Munition zu schießen und dann liegen zu lassen. Damit solle die Nahrungsgrundlage für Stein-, Seeadler und Bartgeier verbessert werden.

Zitat von Staatsforsten-Chef Martin Neumeyer aus der Pressemitteilung: „Grundvoraussetzung für das Verfüttern von geschossenem Wild an Geier und Adler ist, dass diese mit bleifreier Jagdmunition erlegt werden, um keine Vergiftungen bei den Vögeln zu riskieren. Deswegen werden wir in mit dem LBV vereinbarten Gebieten ab sofort grundsätzlich auf bleihaltige Munition verzichten und Wild ganz oder teilweise auf der Fläche belassen.“

Für den BJV ist eine derartige Aussage zum Umgang mit unserem Schalenwild, aber auch mit unserem hochwertigen Wildbret nicht tragbar. Daher hat Thomas Schreder sofort nach Kenntnis des Inhalts an den entscheidenden Stellen im Bayerischen Forstministerium protestiert und damit für die notwendigen Klarstellungen gesorgt. Die BaySF haben daraufhin innerhalb kürzester Zeit ihre Aussagen korrigiert. In einer zweiten Stellungnahme betonten die Staatsforsten, Zitat: 

„Selbstverständlich bleibt es bei der jagdpolitischen Ausrichtung der Bayerischen Staatsforsten, dass das wertvolle auf der Jagd gewonnene Wildbret bestmöglich als hochwertiges Nahrungsmittel verwendet wird. Das gezielte Belassen von Wildtierteilen und Aufbrüchen im räumlich begrenzten Projektgebiet orientiert sich an der Schutzbedürftigkeit der Arten Bartgeier, Steinadler und Seeadler sowie dem Nahrungsbedürfnis / -angebot. Zur Umsetzung des Projektes wird es keine erhöhten Abschüsse geben, sondern es ist lediglich daran gedacht, beispielsweise Fallwild (mit Ausnahme von Schwarzwild) verstärkt im Lebensraum dieser Großvogelarten als nutzbare Nahrungsquelle zu belassen. Zudem ist daran gedacht, verstärkt die Reste von zerwirktem Wild wieder in die Reviere an für die schutzbedürftigen Vogelarten gut erreichbare Plätze zu verbringen. Voraussetzung dafür ist die Verwendung bleifreier Munition.“
Unstrittig ist, dass der Schutz von Greifvögeln ein wichtiges Anliegen ist und gemeinsame Anstrengungen dazu unternommen werden sollen.

  

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbands vom 19. Juni 2020, Feldkirchen

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