Pfeil auf Auerhahn geschossen

Eine unglaubliche Tat: Der Auerhahn auf der Bindalm im Nationalpark ist dem Tod nur knapp entkommen: Unbekannte hatten den streng geschützten Vogel mit einem Pfeil, vermutlich aus einer so genannten Pistolenarmbrust, beschossen. Der Pfeil streckte mehrere Zentimeter tief im Federkleid des Tieres fest.

Unbekannte hatten den streng geschützten Auerhahn mit einem Pfeil beschossen. Der Pfeil streckte mehrere Zentimeter tief im Federkleid des Tieres fest. (Foto: Nationalpark Berchtesgaden)

Unbekannte hatten den streng geschützten Auerhahn mit einem Pfeil beschossen. Der Pfeil streckte mehrere Zentimeter tief im Federkleid des Tieres fest. (Foto: Nationalpark Berchtesgaden)

Der knapp 20 Zentimeter lange Kunststoffpfeil wurde vermutlich aus einer so genannten Pistolenarmbrust verschossen.

Der knapp 20 Zentimeter lange Kunststoffpfeil wurde vermutlich aus einer so genannten Pistolenarmbrust verschossen. (Foto: Waldrapp-Team, Dr. Johannes Fritz)

Der über die Region hinaus bekannte Auerhahn auf der Bindalm im Nationalpark Berchtesgaden hat großes Glück gehabt: Unbekannte haben den Vogel mit einem Pfeil, vermutlich aus einer so genannten Pistolenarmbrust, beschossen. Der rote, knapp 20 Zentimeter lange Pfeil ragte deutlich aus dem Federkleid des Tieres hervor. Ein Mountainbiker hatte die schreckliche Beobachtung am Donnerstag (30.04.2020) Nationalpark-Rangern gemeldet. Diese konnten den Auerhahn zusammen mit dem Berufsjäger einfangen und den Pfeil vorsichtig entfernen. Der Vogel blieb unverletzt.

„Es ist unglaublich, was sind das für Menschen, die sowas machen?“ Nationalpark-Ranger Klaus Melde fehlen die Worte. Der Pfeil, vermutlich verschossen aus einer so genannten Pistolenarmbrust, hatte den Auerhahn an einer Stelle getroffen, an der das Federkleid besonders dicht ist. „Nur ein paar Zentimeter weiter vorne und der Hahn wäre tot gewesen oder jämmerlich verendet“, bestätigt Berufsjäger Christian Willeitner.

Ranger und Berufsjäger konnten das Tier gemeinsam einfangen und den Pfeil behutsam entfernen. Der Vogel blieb unverletzt. (Foto: Nationalpark Berchtesgaden)

Ranger und Berufsjäger konnten das Tier gemeinsam einfangen und den Pfeil behutsam entfernen. Der Vogel blieb unverletzt. (Foto: Nationalpark Berchtesgaden)

Während Ranger den Auerhahn ablenkten, konnte Willeitner den Vogel mit einer Decke einfangen und den Pfeil entfernen. Dieser steckte mehrere Zentimeter tief im Federkleid des Tieres und war in einigen besonders starken Federkielen stecken geblieben. „In der Balz kommt man recht nah an die liebestollen Vögel heran, dies hat der unbekannte Täter offenbar ausgenutzt“. Auch der Berufsjäger ist fassungslos. „Sowas habe ich noch nie erlebt, unglaublich, was manchen Menschen einfällt“. Willeitner geht davon aus, dass der Pfeil höchstens zwei Tage zuvor auf den Vogel abgeschossen wurde. „Denn davor habe ich den Auerhahn mehrfach beobachtet, da war noch alles in Ordnung“. Eine spezialisierte Tierärztin aus Salzburg war von den Rangern telefonisch informiert worden für den Fall, dass das Tier verletzt wäre. Ihre Hilfe wurde glücklicherweise nicht benötigt. „Es handelt sich hier um einen Verstoß gegen europäisches und nationales Artenschutzrecht, sowie um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, betont Ranger-Leiter Ole Behling. „Außerdem ist das Wilderei an einer besonders streng geschützten Art“. Der Auerhahn ist eine Anhang 1-Art der EU-Vogelschutzrichtlinie. Er wird außerdem auf der Roten Listen Bayern in der Kategorie 1 als „Vom Aussterben bedroht“ geführt.

Der Fall wurde bei der Polizeiinspektion in Berchtesgaden anzeigt. Zeugen werden gebeten, sich direkt bei der Polizei unter 08652 94670 zu melden.

 

Quelle: Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden vom 30. April 2020

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