Neues Wolfsrudel in Mecklenburg-Vorpommern

Hinweise des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt zum aktuellen Rissgeschehen.

Ein Rudel Wölfe.

Ein Rudel Wölfe. Symbolbild: Gabriela Neumeier

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich in der Umgebung von Grabow ein neues Wolfsrudel gegründet. Das Wolfsmonitoring des Landes ist bereits im Sommer verschiedenen Hinweisen von Jägern und Landwirten nachgegangen. Nun gelang der Nachweis eines weiteren Wolfrudels mit mindestens zwei Welpen, wobei es aus der Gegend weitere Sichtungsmeldungen gibt, denen weiterhin nachgegangen wird.

Erst im September hatte Umweltminister Dr. Till Backhaus über die Ansiedlung drei neuer Wolfsrudel informiert. Mit dem aktuell bestätigten Rudel in Grabow kann hierzulande somit gegenwärtig von insgesamt acht Rudeln (Jasnitz, Grabow, Kaarzer Holz, Retzow-Jännersdorfer Heide, Nossentiner Heide, Müritz-Nationalpark, Torgelow, Ueckermünde) und zwei Wolfspaaren (Lübtheen, Billenhagen) ausgegangen werden, wobei das Rudel in der Retzow-Jännersdorfer Heide grenzübergreifend zu Brandenburg lebt.          

Auch in den bereits bekannten Wolfsvorkommen konnten durch das Wolfsmonitoring weitere Welpen belegt werden. „Die im Mai dieses Jahres geborenen Wolfswelpen sind nun so mobil, dass sie mit den Elterntieren auf Nahrungssuche sind und so durch das Wolfsmonitoring besser dokumentiert werden können“, erklärte Umweltminister Dr. Till Backhaus. Im Rudel in der Nossentiner Heide konnten nun insgesamt mindestens sechs Welpen und im Rudel im Kaarzer Holz drei Welpen nachgewiesen werden.

Für die im Jahre 2018 noch als Rudel geführten Wolfsvorkommen Kaliß und Löcknitz muss der aktuelle Status mit „unklar“ angesprochen werden. Für mehrere andere Wolfsvorkommen mit regelmäßigen Wolfsnachweisen (Bereiche Schildfeld, Wokuhl, Anklam und Jägerhof) ist der Status ebenfalls noch unklar. Ob es sich dort um territoriale Einzelwölfe oder ggf. Wolfspaare handelt, soll durch das weitere kontinuierliche Monitoring geklärt werden.

Tab.: Rudel in MV mit aktuell nachgewiesener Welpenanzahl (ggf. weitere Nachweise möglich), Stand 04.11.2019 (Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern)

Tab.: Rudel in MV mit aktuell nachgewiesener Welpenanzahl (ggf. weitere Nachweise möglich), Stand 04.11.2019 (Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern)

Im Jahr 2019 wurden bis Ende Oktober 37 Rissvorfälle gemeldet (zum Vergleich: 2018 insgesamt 23 Rissvorfälle, 2017 insgesamt 28 Rissvorfälle). Schwerpunktmäßig waren die Landkreise Ludwigslust-Parchim, Rostock, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen betroffen. „Nutztierhalter und insbesondere Schaf- und Ziegenhalter werden weiterhin gebeten, die Möglichkeiten der Präventionsmaßnahmen zum Schutze ihrer Nutztiere zu überprüfen. Zu diesem Zweck gibt es in Mecklenburg-Vorpommern auch drei Nutztierhalterberater, welche individuelle Beratungen oder Beratungsveranstaltungen durchführen“, informierte Minister Backhaus.

Um weitere Vorfälle zu minimieren oder zu vermeiden, ist es insbesondere bei Schaf- oder Ziegenhaltungen sehr wichtig, dass mindestens der Grundschutz eingehalten wird oder aber vorzugweise über den Grundschutz hinausgehende empfohlene Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden, welche auch gefördert werden können. Präventionsmaßnahmen reduzieren das Risiko eines Übergriffs deutlich.

Um den Mindestanforderungen eines Grundschutzes zu entsprechen, müssen die Zäune allseitig geschlossen sein. Die Mindesthöhe beträgt für stromführende Zäune 90 Zentimeter und für Festzäune 120 Zentimeter. Empfohlen werden über den Grundschutz hinausgehende stromführende Zäune mit einer Höhe von bis zu 120 Zentimeter. Weiterhin ist es wichtig, dass der Abstand zum Boden sowie auch der Abstand zwischen Einzelelementen (wie z. B. den stromführenden Litzen) weniger als 20 Zentimeter beträgt. Insbesondere sobald sich in einer Region mehrere Rissvorfälle ereignen, werden Nutztierhalter intensiv beraten, um weiteren Rissen entgegenzuwirken.

Im Oktober haben sich im Landkreis Rostock mehrere Rissvorfälle mit insgesamt 32 getöteten Schafen ereignet. In der Folge konnten hier durch das Engagement und enge Zusammenwirken der Schafhalter in Zusammenarbeit mit dem Wolfsmanagement und den Nutztierhalterberatern weitere Übergriffe vermieden werden. Hierfür wurde aus Landesmitteln ein Notfallset und eine zusätzliche Zaunerhöhung zur Verfügung gestellt.

Sichtungen oder andere Hinweise im Zusammenhang mit Wölfen können unter der Nummer 0170-7658887 oder auch über die Online-Eingabe unter dem Schlagwort „Monitoring“ auf der Internetseite www.wolf-mv.de gemeldet werden und stellen für das Wolfsmanagement einen wichtigen Baustein dar, um das Vorkommen und das Verhalten der Wölfe einschätzen und in geeigneter Weise reagieren zu können. Die genannte Nummer fungiert auch als Schadens-Hotline zu Meldung von aufgetretenen oder vermuteten Rissvorfällen.

Eine Beratung der Tierhalter zu den Präventionsmaßnahmen von Weidetieren und einer damit verbundenen möglichen Förderung ist im Rahmen eines Vor-Ort-Termins kostenlos möglich und wird seitens des Landes unbedingt empfohlen. Unter folgenden Telefonnummern können Beratungen vereinbart werden: 0157-75063085 (für die Regionen der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald) sowie 03847-43500 oder 0171-7270624 (für alle anderen Regionen).   

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern vom 13. November 2019, Schwerin

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