Lüneburg geht gegen Wildschweine vor

Vergrämung von Wildschweinen in Volgershall - „Die Aktion war ein voller Erfolg“

Stadtförster Per-Ole Wittenburg führt die Gruppe Treiber durch das Gebiet rund um Volgershall. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Stadtförster Per-Ole Wittenburg führt die Gruppe Treiber durch das Gebiet rund um Volgershall. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Mit Warnwesten und Beinschutz bekleidet kämpft sich die Gruppe Treiber durch das Dornengestrüpp in Volgershall. Mit lauten Warnrufen bewegen sich die Jäger vom Biotop östlich der Bebauung in Richtung Kalkbruchsee, um mögliche dort versteckte Wildschweine aufzuscheuchen und auf einem Korridor aus dem Stadtgebiet hinaus in die freie Landschaft zu treiben. „Die Aktion war ein voller Erfolg“, bilanziert am nächsten Tag Stadtförster Per-Ole Wittenburg, der die aufwändige Aktion in Zusammenarbeit mit der Polizei und der AGL in den Abendstunden des 16. April umgesetzt hat. Zum Schutz von Anwohnern waren diese vorab informiert und gebeten worden, ihr Haus in der Zeit der Vergrämungsaktion nicht zu verlassen. Auch die angrenzende Straße Vor dem Neuen Tore war von 18.30 Uhr bis 20 Uhr in Teilen gesperrt worden.  

„Wie von uns erwartet sind wir an der Bebauung, angrenzend an das Seegelände, auf eine große Rotte Wildschweine gestoßen und konnten diese durch Rufe und den Einsatz von Pyrotechnik erfolgreich vertreiben“, so Wittenburg. Die Kunst dabei sei es gewesen, die Tiere nicht in Panik zu versetzen, und dadurch wild in alle Richtungen laufen zu lassen. „Wir wollten den geordneten Rückzug in die Außenbereiche erreichen und das hat geklappt“, so der Stadtförster.

Zusätzlich haben die Treiber auf dem gesamten Gelände rund um Volgershall ein Granulat ausgebracht, das ein wildtypisches Stresshormon freisetzt und so eine nachhaltige Vergrämung ermöglicht. „Dieses Mittel erreicht allerdings seine maximale Wirksamkeit erst bei Befeuchtung, daher hoffen wir nun auf baldigen Regen“, erklärt Wittenburg.

Ob und wann möglicherweise wieder Wildschweine in diesem Stadtteil auftauchen, vermag der Stadtförster und Jäger nicht zu beurteilen. „Da es unterschiedliche Rotten rund um das Gebiet gibt, ist ein Auftauchen der Tiere immer wieder einmal möglich.“ Mit der nun anstehenden Instandsetzung des Zaunes zwischen Seegelände und der Bebauung sollte aber zumindest für Volgershall Ruhe einkehren.

Langfristig plant die Hansestadt außerdem, überall dort, wo sich Schweine regelmäßig oder sogar dauerhaft aufhalten, die Landschaft umgestalten, um sie weniger attraktiv für die Tiere zu machen. So sollen etwa auf den Ausgleichsflächen in Volgershall, aber auch in Jüttkenmoor im Herbst in Kooperation mit der AGL Brombeerbüsche und andere gute Wildschwein-Verstecke zurückgeschnitten werden. Durch die Entnahme der Brombeersträucher wird die Sukzession auf den Flächen gefördert. Zusätzlich sollen bei Bedarf noch Bäume gepflanzt werden, um insgesamt eine ökologisch wertvolle und artenreiche Struktur entstehen zu lassen.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg vom 17. April 2020

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