Landwirtschaft mit Naturschutz hilft der Biodiversität

»Betriebsplan Natur« zeigt Wege und Maßnahmen für landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen auf

Gerstenfeld mit Mohnblumen (Foto: Gerald Friedrich)

Gerstenfeld mit Mohnblumen (Foto: Gerald Friedrich)

Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wolfram Günther hat am Donnerstag (3.9.) auf dem Landwirtschaftsbetrieb Andrea Lienig in Delitzsch am Feldtag des Projekts »Betriebsplan Natur« teilgenommen. Seit 2014 informiert der Feldtag als jährliche Veranstaltung über den Ansatz des kooperativen Naturschutzes und über aktuelle Entwicklungen. Darüber hinaus werden anschauliche Beispiele aufgezeigt und die Gelegenheit für Erfahrungsaustausch und Diskussion geboten.

Minister Günther: »Landwirtinnen und Landwirte, die Naturschutz in besonderem Maß in die Landbewirtschaftung integrieren wollen, brauchen Unterstützung, Förderung und Beratung. Hier setzt das Projekt »Betriebsplan Natur« an. Zusätzlichen Arten- und Biotopschutz in der Kulturlandschaft erreichen wir nur, wenn wir ihn mit wirtschaftlich tragfähigen Lösungen verknüpfen. Zugleich braucht es die Feldtage, um Beteiligte und Interessierte zu vernetzen und Wissen auszutauschen. Dafür danke ich den Organisatoren und Beteiligten und wünsche dem Projekt besten Erfolg.«

Der Feldtag »Betriebsplan Natur« wird seit Ende des Pilotprojekts im Jahr 2014 jährlich durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie durchgeführt. Mitveranstalter sind in diesem Jahr der Landwirtschaftsbetrieb Andrea Lienig und die Naturschutzberaterin Heike Weidt vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e. V.

Mit dem »Betriebsplan Natur« werden Naturschutzleistungen gewürdigt, die am Projekt teilnehmende Landwirtschaftsbetriebe erbracht haben, und es wird weiterer Handlungsbedarf ermittelt. Die Betriebe erhalten eine Übersicht über seltene oder bedeutsame Tier- und Pflanzenarten sowie Biotope und Schutzgebiete auf ihrer Fläche. Alle Vorschläge, die dem Schutz von Arten und Lebensräumen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren dienen sollen, werden mit den Landnutzern abgestimmt. Dabei werden die betrieblichen Ziele und Vorstellungen berücksichtigt. Darüber hinaus zeigen Naturschutzberater Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten auf. Die teilnehmenden Betriebe erhalten eine Tafel »Wir machen mit! – Betriebsplan Natur« sowie Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema.

Insgesamt nehmen 71 sächsische Betriebe am »Betriebsplan Natur« teil. Das Projekt wurde mit 6 Betrieben von 2012 bis 2014 erprobt, seit 2015 als Baustein in der Maßnahme »Naturschutzqualifizierung für Landnutzer« (Richtlinie Natürliches Erbe/2014) in der Förderperiode 2014 bis2020 angeboten und soll auch in der nächsten Förderperiode wieder angeboten werden.

Das Vorhaben wird über Mittel der EU und des Freistaates Sachsen finanziert und ist für die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe kostenlos. Die sächsischen Mittel werden auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts zur Verfügung gestellt.

 

Quelle: Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft vom 03. September 2020, Dresden

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