„Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“ ruft zu weiteren Kundgebungen auf 

Kundgebung der Landwirte anlässlich der Umweltministerkonferenz am 14.11.2019 von 12 bis 15 Uhr in Hamburg am Gänsemarkt.

© Land schafft Verbindung Deutschland

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Die aktuelle Umwelt-, Agrar- und Handelspolitik gefährdet die heimischen Landwirtschaftsbetriebe und die regionale Lebensmittelproduktion. Um dies publik zu machen, sind am 22. Oktober 2019 tausende Landwirte auf die Straße gegangen. Das Echo und Verständnis in der Bevölkerung waren durchweg positiv – ein Beweis, dass es wichtig ist, weiter mit Nachdruck für die Anliegen zu kämpfen.

„Land schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch“ ruft zu weiteren Kundgebungen auf. © Land schafft Verbindung Deutschland

„Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“ ruft zu weiteren Kundgebungen auf. © Land schafft Verbindung Deutschland

Anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg am 14. November 2019 wollen die Landwirte gemeinsam mit Unterstützern des vor- und nachgelagerten Bereichs unter dem Motto „Land schafft Verbindung“ erneut Flagge zeigen.

Im Schulterschluss mit dem Aktionsbündnis Forum Natur, der Vereinigung der Schafzüchterverbände, dem Deutschen Jagdverband, dem Deutschen Bauernverband und der Vereinigung norddeutscher Bauernverbände werben sie für ein MITeinander bei gesellschaftlich wichtigen Themen.

Im Vordergrund steht der Insektenschutz, der Erhalt der Artenvielfalt, der Klimaschutz, der Gewässerschutz und das Wolfsmanagement sowie die Vereinbarkeit einer regionalen Lebensmittelproduktion mit diesen Anliegen.

Anfang September stellten das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung sowie das Bundesumweltministerium das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung vor. Darin haben sich beide Ministerien u. a. auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket verständigt, welches ihrer Meinung nach für mehr Insekten- und Naturschutz steht. Leider erfolgte dies ohne vorherigen Dialog mit den Betroffenen, aber vor allem ohne eine der Tragweite entsprechenden Folgenabschätzung für die ländlichen Räume, die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln sowie die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe.

Die Landwirte empfinden das Vorgehen der Ministerinnen als einen Schlag ins Gesicht! Vielerorts gibt es bereits heute zahlreiche Aktivitäten und Kooperationen, die sich erfolgreich dem Insektenschutz verschrieben haben. Dies soll gemeinsam mit Landwirten wissenschaftlich basiert weiterentwickelt werden.

Das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ sieht zum Schutz der Insekten u. a. ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten vor. Nach aktuellen Berechnungen wären in einigen Bundesländern über 40 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche davon betroffen. Zukünftig wäre dort bestenfalls noch ökologische Landwirtschaft möglich. Ein Szenario, das vielen ökologisch wirtschaftenden Betrieben große Sorge bereitet, denn bereits jetzt ist aufgrund des übersättigten Marktes eine kostendeckende ökologische Produktion vielfach nicht möglich.

Bemerkenswert ist auch, dass einige Wissenschaftler skeptisch sind, dass derzeit genutzte und zukünftig geplante Maßnahmen einen Artenrückgang der Insekten effektiv stoppen können. So haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass auch in Naturschutzgebieten und Wäldern, in denen keine Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, ein Insektenrückgang zu verzeichnen ist. Prof. Dr. W. Kunz legt in seinen Arbeiten dar, dass es Insekten vor allem an passenden Lebensräumen, v. a. nicht bewachsenen Flächen, fehlt. Nicht umsonst finden sich auf Industriebrachen oft mehr Insekten als in Naturschutzgebieten. Die geplante Integration von Insektenschutz auf konventionell oder ökologischen bewirtschafteten Flächen wird seiner Meinung nach keinen entscheidenden Fortschritt bringen.

Seine Forderung: Flächen aktiv, mit Technik entgrünen, um so freie, karge Bereiche als Insektenhabitat zu schaffen. Daraus resultiert die Forderung, dass Maßnahmen zum Insektenschutz wissenschaftlich basiert im Dialog mit Betroffenen, aber vor allem zielorientiert und ideologiefrei erarbeitet werden müssen. Es bleibt zu befürchten, dass der „Aktionsplan zum Insektenschutz“ den negativen Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter beschleunigen wird. Das stellt für die heute vielfach noch regional verankerte Landwirtschaft in Deutschland und somit für viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft selbst, aber auch im vor- und nachgelagerten Bereich, eine ernstzunehmende Gefahr dar.

Außerdem sehen wir eine Schwächung der immer wieder gesellschaftlich geforderten regionalen Lebensmittelproduktion. Die Folge: Der Import von Lebensmitteln wird steigen – und zwar ohne Rücksicht auf die ökologischen Standards im Herkunftsland. Das ist weder im Sinne der Landwirtschaft, noch entspricht es den Wünschen des Verbrauchers.

Aus den o. g. Gründen ergibt sich daher die Aufforderung, folgende Forderungen im Zuge der UMK umzusetzen:

Insektenschutz, Klimaschutz und Gewässerschutz….

  1. wissenschaftlich basiert und ideologiefrei zu betreiben,

  2. in Kooperation mit den Betroffenen, statt durch zunehmende Verbote,

  3. so zu gestalten, dass eine wettbewerbsfähige, regionale Lebensmittelproduktion erhalten bleibt.

Wir Landwirte stehen für Insekten- und Naturschutz, für sauberes Grundwasser und gesunde Lebensmittel, für eine klimaschonende Landwirtschaft. Das geht aber nur durch ein gesellschaftliches Miteinander und unter sinnvoller Abwägung von Ökonomie, Ökologie sowie unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen.

Gerne stellen wir Kontakt zu Landwirten her, die am 14.11.2019 nach Hamburg fahren um dort für Landwirtschaft, regionale Lebensmittel und unsere ländlichen Räume zu demonstrieren. Sprechen Sie uns an:

Land schafft Verbindung Deutschland – Kontakt:  

Dirk Andresen 0172 – 41 12 927,

Thomas Andresen 0162 – 91 59 913 (Sprecher DE),

Uta v. Schmidt-Kühl 0173 – 87 62 469 (Sprecher-ÖA). 

Verfasser: Sabine Firnhaber und Dr. Kathrin Naumann (Orgateam MV)

Quelle: Presseinformation von Land schafft Verbindung in Deutschland vom 06. November 2019

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