Jagdruhe in Restriktionszone so kurz wie möglich

Köpping: »Wir brauchen die Jägerschaft zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest und danken für die Hilfe«

Ein Wildschweinkeiler (Foto: Dieter Hopf)

Ein Wildschweinkeiler (Foto: Dieter Hopf)

Die zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) notwendigen Maßnahmen laufen in Sachsen mit Hochdruck. Der Bau eines festen Zauns um das gefährdete Gebiet sowie die Suche nach verendetem und möglicherweise infiziertem Schwarzwild sind im Gange. Diese beiden Maßnahmen müssen zunächst abgeschlossen werden.

Sozialministerin Petra Köpping erklärt: »Die Jägerschaft im Landkreis Görlitz ist gerade jetzt in einer Zeit, in der typischerweise viel gejagt wird, besonders vom Jagdverbot getroffen. Ich danke den Jägern sehr für das Verständnis, mit der Einhaltung der Jagdruhe einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der ASP zu leisten. Die Jagdruhe ist eine grundlegende Maßnahme, um möglicherweise infiziertes Schwarzwild nicht zu vertreiben. Wenn die Ergebnisse der Fallwildsuche vorliegen und das gefährdete Gebiet gezäunt ist, wird entschieden, ob und in welcher Weise das Jagdverbot in den beiden Restriktionszonen gelockert werden kann.« Die Ministerin ergänzt: »Wir werden die Jagdruhe nur so lange anordnen, wie dies aus Tierseuchensicht unbedingt erforderlich ist.«

Nachdem der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest am 31. Oktober 2020 festgestellt wurde, war es zunächst wichtig, dass die Gebietskulisse mit den Restriktionszonen festgelegt wurde. Dazu gehören das sogenannte »gefährdete Gebiet«, also jenes Gebiet, das als ASP-infiziert bestimmt wurde sowie die um dieses Gebiet gezogene Pufferzone, in der ein erhöhtes Infektionsrisiko gegeben ist. Die in diesen Gebieten geltenden Ge- und Verbote wurden auf das absolut Notwendige beschränkt.

Die Einhaltung der Jagdruhe ist zur Vermeidung der Tierseuchenausbreitung von zentraler Bedeutung. Die Jagd erzeugt einen hohen Jagddruck und würde das Schwarzwild in den Restriktionszonen beunruhigen. Gerade bei standorttreuen Wildschweinen kann dies zu einer unbeabsichtigten Versprengung der Population und damit einhergehend zu einer Seuchenverschleppung führen. Das gilt es zwingend zu vermeiden.

Die die Jagdruhe begleitende Suche nach verendeten Wildschweinen steht dazu nicht im Widerspruch, da die Art und Weise ihrer Durchführung die Wildschweinpopulation deutlich weniger unter Druck setzt. Die Fallwildsuche ist essenzieller Bestandteil der Tierseuchenbekämpfungsstrategie. Die Fallwildsuche zu Beginn eines Ausbruchs zielt darauf, sich einen ersten Überblick zu verschaffen, ob und inwieweit sich das Virus in den Restriktionszonen verbreitet hat. Werden mit ASP infizierte Wildschweine gefunden, zeigt dies an, in welchem Umfang das Virus bereits aktiv geworden ist.

 

Quelle: Pressemitteilung des sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vom 14. November 2020, Dresden

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