Jäger geben Startschuss für Neuanfang

Der Bayerische Jagdverband (BJV) hat seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Landesversammlung eingeladen.

Die BJV Landesversammlung war so gut besucht wie kaum. Von 159 Kreisgruppen und Jägervereinen erschienen 138. (Quelle: BJV)

Die BJV Landesversammlung war so gut besucht wie kaum. Von 159 Kreisgruppen und Jägervereinen erschienen 138. (Quelle: BJV)

  • BJV Landesversammlung so gut besucht wie kaum
  • Vizepräsident Schreder stimmt die Delegierten auf den Blick nach vorne ein
  • Vocke lässt die Ämter bis zum Landesjägertag 2020 ruhen, BJV-Präsidium stellt sich in Lindau neu zur Wahl
  • Bayerns Jäger demonstrieren Geschlossenheit und stimmen dem Neuanfang zu
Jäger geben Startschuss für Neuanfang. In Schrobenhausen zeigten die bayerischen Jäger Geschlossenheit und den Willen für einen Neustart im Verband. (Quelle: BJV)

Jäger geben Startschuss für Neuanfang. In Schrobenhausen zeigten die bayerischen Jäger Geschlossenheit und den Willen für einen Neustart im Verband. (Quelle: BJV)

Schrobenhausen, 26. Oktober 2019 – Der Bayerische Jagdverband (BJV) hat seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Landesversammlung eingeladen. Stimmberechtigt auf der Landesversammlung sind nur die Delegierten, die von den einzelnen Kreisgruppen benannt worden sind. Rederecht haben neben den Delegierten aber auch die Mitglieder des Landesausschusses und die Ehrenmitglieder. Von 159 Kreisgruppen und Jägervereinen sind 138 erschienen. Das zeigt, wie wichtig den bayerischen Jägern diese Versammlung ist. 17 Kreisgruppen hatten im Vorfeld insgesamt 49 Anträge an die Landesversammlung zur Abstimmung gestellt.

Weichenstellung für die Zukunft: Den Befriedungsantrag des BJV-Präsidiums wurde mit großer Mehrheit angenommen. Von 650 Stimmen stimmten 612 mit „Ja“, 20 mit „Nein“ und 18 enthielten sich. (Quelle: BJV)

Weichenstellung für die Zukunft: Den Befriedungsantrag des BJV-Präsidiums wurde mit großer Mehrheit angenommen. Von 650 Stimmen stimmten 612 mit „Ja“, 20 mit „Nein“ und 18 enthielten sich. (Quelle: BJV)

Unabhängiger Moderator führt durch die Versammlung

Die Leitung der Landesversammlung hat BJV-Vizepräsident Thomas Schreder. Er – als Vizepräsident mit den meisten Stimmen – und die Landesschatzmeisterin sind nach der Satzung mit der Leitung des Verbandes betraut, nachdem Prof. Dr. Jürgen Vocke sein Amt ruhen lies. Durch die Versammlung führte Karl-Heinz Zanon. Mit dem Medienprofi aus Österreich – er betreut viele Landesjägervereine im Nachbarland – konnte ein unabhängiger, unbefangener Moderator gewonnen werden.

Den Blick nach vorne richten

Vizepräsident Schreder richtet  in seiner Begrüßung den Blick vor allem nach vorn, auf die Zukunft des Verbandes:  „Heute geht es nicht darum, mit einer Ära abzurechnen, es geht auch nicht darum, Gerüchte zu schüren. Wir haben eine angespannte Situation mit Vorgängen, die der BJV bisher nicht kannte. Unsere Aufgabe ist es jetzt, Transparenz zu schaffen – Informationen aus erster Hand herauszugeben und ehrlich und offen alles auf den Tisch zu legen.“ Er schwor die Delegierten ein, gemeinsam daran zu arbeiten, eine starke Vertretung der Jagd zu bleiben. „Persönliche Befindlichkeiten haben jetzt keinen Platz. Es geht nicht um Emotionen und Personen. Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen.  Es liegt an uns, ob wir es schaffen, gemeinsam aus der heutigen Veranstaltung zu gehen. Es liegt an uns, ob wir die Stärke des BJV wieder herstellen.“

Bericht der Schatzmeisterin beantwortet viele Fragen

Im ersten Teil der Versammlung bestimmten Fachfragen die Tagesordnung. Landesschatzmeisterin Mechtild Maurer gab einen Bericht zum bisherigen Stand der Wirtschaftsprüfung. Weil derzeit alle Unterlagen bei der Staatsanwaltschaft liegen, ist eine Entlastung für den Haushalt 2018 – wie ursprünglich geplant – nicht möglich. In einer ausführlichen Diskussion konnten die Mitglieder alle Ihre Fragen vorbringen und erhielten ausführlich Antwort. Maurer informierte die Mitglieder auch über die vorgezogene Fälligkeit der BJV-Mitgliedsbeiträge und eine neue Beitragsordnung, die zum Landesjägertag 2020 beschlossen werden soll sowie den BJV-Aktivitätsfond und die Mittelverwendung. Thema war außerdem der BJV-Jahresempfang.

Großer Raum wurde der Diskussion gewährt. Die Mitglieder nutzten die Gelegenheit zu einer kritischen, oft kontroversen aber vor allem auch konstruktiven Aussprache.

Ein Befriedungsantrag soll Lösung bringen

Um die Antragsflut zu bündeln und den Forderungen der Antragssteller aus Oberfranken, der Oberpfalz, aus Niederbayern, Oberbayern und Schwaben trotzdem gerecht zu werden, hat das BJV-Präsidium in den letzten Tagen einen Lösungsvorschlag erarbeitet. Vizepräsident Schreder: „Mit diesem Vorschlag möchten wir die 49 Anträge zur Zufriedenheit aller Mitglieder zusammenfassen. Unser Ziel ist es, nach einer ehrlichen und kritischen Diskussion zu einer gemeinsamen Formulierung zu kommen, die alle mittragen können. Dieser Vorschlag soll die Führung des Verbandes bis zum Landesjägertag 2020 in Lindau und die Vorbereitung der Entscheidungen auf dem Landesjägertag 2020 sicherstellen.“

BJV ist handlungsfähig bis Lindau 2020 

Dazu hat das Präsidium einen eigenen Antrag formuliert. Darin geht es vor allem um eine Vereinbarung mit Prof. Vocke, seine Ämter bis zum Landesjägertag 2020 in Lindau ruhen zu lassen. In Lindau gibt das Präsidium dann selbst den Startschuss für einen Neuanfang des Verbandes. Dazu heißt es in dem Antrag: „Um einen Neuanfang des Verbandes, basierend auf den dann vorliegenden neuen Erkenntnissen zu ermöglichen, treten sämtliche gewählten Mitglieder des Präsidiums mit Wirkung zum Landesjägertag in Lindau im März zurück. Die Delegiertenversammlung am Landesjägertag in Lindau im März 2020 soll die von der Delegiertenversammlung nach Satzung wählbaren Mitglieder für die Dauer der noch zweijährigen Amtsperiode neu wählen.“ 

In der anschließenden, fast zwei Stunden dauernden Diskussion diskutierten die Mitglieder diszipliniert und brachten Ihre Meinung zum Ausdruck. Der Befriedungsantrag kam bei allen gut an und nach und nach zogen die Kreisgruppen ihre eigenen Anträge im Laufe der Diskussion zurück. Sie konnten sich mit ihren Forderungen im Präsidiumsantrag wiederfinden. In der anschließenden Abstimmung stimmten 612 von 650 Stimmen dem Antrag zu, 20 stimmten mit „Nein“, 18 enthielten sich. Außerdem wurde noch ein Antrag abgestimmt, der die umfassende Aufklärung forderte. Dem stimmten 644 von 650 Stimmen zu, bei 6 Enthaltungen. 

Auf der außerordentlichen Landesversammlung haben die bayerischen Jäger gezeigt, dass sie in schwierigen Zeiten zusammenhalten und Lösungen suchen und finden, den Bayerischen Jagdverband wieder zu einer starken Interessensvertretung zu machen, zum Wohl des BJV und vor allem zum Wohl des Wildes und der Jagd. 

Datei: Befriedungsantrag (PDF-Datei)

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbands (BJV) vom 29. Oktober 2019, Feldkirchen

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