Feuer frei auch in der Winterpause

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert den Stopp der Gamsjagd nach Wildschützen-Art.

Eine Gämse im Hochgebirge.

Eine Gämse im Hochgebirge. (Foto: Lubos Houska)

Wenn der Winter in den Bergen Einzug hält, sollte für die Wildtiere Ruhe herrschen. Gämse dürfen nach dem bayerischen Jagdgesetz deshalb nur viereinhalb Monate vom 1. August bis zum 15. Dezember gejagt werden – also bis gestern. Warum trotz behördlich verordneter Winterpause viele Gämse in den Alpen in den kommenden Wochen abgeschossen werden, erklärt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung: „Für fast den gesamten bayerischen Alpenraum gibt es gesonderte Verordnungen, die die Schonzeit für Gämse auf großer Fläche aufheben“, so Kinser.

Was den Wildschützen früherer Jahrhunderte recht gewesen ist, ist dem bayerischen Gesetzgeber heute billig. Allein in Oberbayern haben die Bayerischen Staatsforsten in den vergangenen Jahren fast jede fünfte Gämse außerhalb der gesetzlichen Jagdzeit erlegt! Wie widersinnig die Aufhebung der Schonzeit im Bergwald außerdem sein kann, zeigen viele konkrete und flächenscharfe Beispiele, die die Deutsche Wildtier Stiftung zusammengetragen hat.

Eine Auswahl finden Sie hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/schutzwaldsanierung-gams . 

„Wir haben Schonzeitaufhebungsflächen gefunden, in denen besonders wertvolle und lichtliebende Biotope liegen, die durch das Vorkommen von Gämsen eigentlich gefördert werden“, sagt Kinser. „Außerdem gibt es Flächen, die vor allem im Winter von Skitouristen oder Wanderern freiwillig aus Rücksicht auf die Wildtiere gemieden werden – in denen aber ganzjährig gejagt werden darf.“ 

Hintergrund für die Schonzeitaufhebung im Gamslebensraum ist laut Behörde die sogenannte Schutzwaldsanierung. Ihr Ziel ist es unter anderem, das sogenannte Sanierungsflächen mit Wald besiedelt werden. „Dies könnte jedoch auch mit einer regulären Jagd im Rahmen der gesetzlichen Jagdzeiten erreicht werden“, sagt Kinser.

Die Schonzeitaufhebungsverordnung für den Regierungsbezirk Oberbayern wurde im Februar 2019 trotz des Widerstandes von Naturschutz- und Jagdverbänden verlängert. Gegen die Aufhebung der Schonzeit hat der Verein Wildes Bayern, unterstützt von der Deutschen Wildtier Stiftung, bereits im Sommer 2019 beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Normenkontrollantrag gestellt.

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert, Schonzeitaufhebungen nur in seltenen Einzelfällen zu genehmigen! 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Wildtier Stiftung vom 16. Dezember 2019, Hamburg

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