Mitteilung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom 8. Juli 2019

Erster Fall von West-Nil-Virus Infektion 2019

Das Virus wurde bei einer Schneeeule aus dem Tierpark Wittenberg festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass das WNV in Deutschland überwintert hat.

Schneeeule

Foto: Volker Glätsch

Bei einer Schneeeule aus dem Tierpark Wittenberg, Sachsen-Anhalt, stellte das „Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus (WNV)-Infektionen bei Vogel und Pferd“ des FLI am 08. Juli den ersten amtlichen Fall für dieses Jahr fest. Damit ist davon auszugehen, dass das WNV in Deutschland überwintert hat. Im letzten Jahr trat WNV erstmalig in Deutschland auf und wurde bei insgesamt 12 Vögeln und 2 Pferden festgestellt. Das Virus wird durch blutsaugende Mücken, hauptsächlich Stechmücken der Gattung Culex übertragen, und überwintert wahrscheinlich auch in diesen. Der neue Fall kommt insofern nicht überraschend. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten und wird vom FLI beobachtet.

Pferde und Menschen sind Fehlwirte für WNV. Beim Menschen verlaufen 80 Prozent der Fälle ohne Krankheitssymptome, nur etwa 20 Prozent der Infizierten zeigen leichte Krankheitssymptome wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen. In weniger als einem Prozent der Fälle kann allerdings auch ein schwerer, hoch fieberhafter Krankheitsverlauf mit Meningitis oder Enzephalitis auftreten, der zu bleibenden neurologischen Schädigungen führen kann und in seltenen Fällen tödlich endet.

Infektionen mit WNV gehören zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Es gibt derzeit keine nationale Bekämpfungsverordnung, daher sollte sich das tierseuchenrechtliche Vorgehen auf das Tiergesundheitsgesetz stützen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (STIKo Vet) empfiehlt in ihrer Stellungnahme vom Oktober 2018, in betroffenen Gebieten Pferde gegen WNV zu impfen.

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