Erste „arbeitende“ Herdenschutzhunde in RLP

Nebenberufliche Weidetierhalter in Kirchweiler in der Eifel setzen beim Bewachen ihrer Tiere auf Herdenschutzhunde / Höfken informiert sich vor Ort über die Arbeit in dem Pionierbetrieb.

Herdenschutzhunde (Beispielbild: © Heike Dahm-Rulf)

Herdenschutzhunde (Beispielbild: © Heike Dahm-Rulf)

„Herdenschutzhunde sind ein wichtiger Bestandteil des Schutzes von Weidetieren, vor allem von Schafen und Ziegen gegen Wölfe. Auch wenn hier in der Gegend noch kein Wolf nachgewiesen wurde, leistet der Betrieb Dahm-Rulf vorbildliche Pionierarbeit für ganz Rheinland-Pfalz“, sagte Ulrike Höfken heute in Kirchwald. Dort informierte sich die Ministerin über die Arbeit und Erfahrungen der nebenberuflichen Weidetierhalter mit ihren drei Herdenschutzhunden.

Seit diesem Jahr werden ihre rund 150 Schafe der Rasse Moorschnucken und 50 Buren-Ziegen von Herdenschutzhunden bewacht und vor Gefahren wie dem Wolf geschützt. Im Mai haben die beiden aus Brandenburg stammenden Pyrenäen-Berghunde „Biene“ und „Günther“ die Prüfung der AG Herdenschutzhunde bestanden. Mit „Conan“ wurde mittlerweile ein weiterer Hund in den Betrieb aufgenommen. Die drei Tiere mit ihrer weißen Fellfarbe sind somit die ersten „arbeitenden“ Herdenschutzhunde in Rheinland-Pfalz. Herdenschutzhunde können eine wichtige Ergänzung zu wolfssicheren Zäunen insbesondere für größere Herden sein. Der Betrieb Dahm-Rulf berät auch andere Betriebe, die sich für die Haltung von Herdenschutzhunden interessieren.

Herdenschutzhunde werden speziell zur Wolfsabwehr eingesetzt, sie müssen daher möglichst jung in die jeweilige Herde kommen und eine spezielle Ausbildung erhalten mit starker Prägung auf die Herdentiere und eingeschränktem Kontakt zu Menschen. Im Fall eines Angriffs auf die Herde durch Wölfe oder auch streunende Hunde müssen sie selbständig offensiv agieren können ohne Befehle vom Menschen zu erhalten. Auch die jeweilige Herde muss sich an die ständige Präsenz der Hunde und deren Verhalten gewöhnen. „Der Umgang mit Herdenschutzhunden ist anspruchsvoll. Damit es nicht zu Unfällen mit Menschen und anderen Hunde kommt, gehört die Haltung und Führung der Tiere deshalb in die Hände von Profis“, unterstrich die Ministerin.

Das Land fördere deshalb die Anschaffung und Haltung von Herdenschutzhunden sowie andere Präventionsmaßnahmen in den ausgewiesenen Wolfs-Präventionsgebieten. So seien bislang in Rheinland-Pfalz rund 376.000 Euro für Präventionsmaßnahmen und als Schadensausgleich gezahlt worden, so Höfken.

Abschließend teilte sie mit, dass geplant sei, die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit einer Untersuchung über die Integration von Herdenschutzhunden in einen Wanderschafbetrieb zu beauftragen. Dabei solle der Betrieb Dahm-Rulf mit seinen Erfahrungen mit den Herdenschutzhunden und seinen Informations- und Beratungskapazitäten eingebunden werden.

 

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz vom 21. August 2020, Mainz

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