Information des Veterinäramtes des Landkreises Mayen-Koblenz vom 07. August 2019, Koblenz

Eine Zoonose, die es in sich hat!

Die Tularämie oder „Hasenpest“ wurde im Kreis Mayen-Koblenz in den letzten Jahren mehrfach bei Feldhasen nachgewiesen.

Feldhase

Foto: kie-ker

Die Tularämie oder „Hasenpest“ wird von dem Bakterium Francisella Tularensis hervorgerufen, das neben Hasen, Kaninchen und Mäusen auch andere Wild- und Haustiere befallen kann.

Darüber hinaus wurde es bei blutsaugenden Insekten wie Bremsen, Mücken und Zecken und sogar in Vögeln und Amphibien nachgewiesen.

Leider ist das Bakterium hochinfektiös und kann auch Menschen infizieren. Es findet sich auch in der Umwelt (Wasser, Erde, Tierkadavern) und ist dort vor allem in der kalten Jahreszeit sehr lange überlebensfähig.

Die Möglichkeiten einer Infektion sind somit vielfältig:

  • Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial,
  • Schmierinfektionen, z. B. Infektion der Augen durch Kontakt mit kontaminierten Händen,
  • Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z. B. Hasen),
  • Kontakt / Aufnahme von kontaminiertem Wasser,
  • Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen
  • Stich oder Biss von infizierten Insekten (z. B. von Bremsen, Mücken, Zecken).

Bei vielen Erkrankungsfällen gibt es keine unmittelbaren Anhaltspunkte für die Infektionsquelle. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist aber nicht bekannt. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 5 Tage. Selten sind auch Inkubationszeiten von mehreren Wochen beschrieben.

Neben mehr oder weniger ausgeprägten grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, vergrößerten Lymphknoten, Schüttelfrost, Unwohlsein, Übelkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen kann das klinische Bild bei Tularämie sehr vielfältig sein und auch andere Organe wie Augen, Hals und Rachen, Lunge, Leber, Nieren und Herz betreffen. Auf jeden Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn rechtzeitig erkannt kann die Tularämie mit bestimmten Antibiotika geheilt werden.

Bei toten oder deutlich krank wirkenden Hasen und Kaninchen ist also durchaus Vorsicht geboten. Für die Seuchenfeststellung ist eine Einsendung in das LUA notwendig, nach vorheriger Absprache übernimmt die Kreisverwaltung unter Umständen die Untersuchungskosten. Ein Merkblatt für die Probenahme finden Sie auf der Homepage des LUA unter dem nachfolgenden Link:

Merkblatt zur Tularämie (Hasenpest) für Jäger

Zum Schluss eine gewisse Entwarnung: Hunde können sich zwar (selten) infizieren, entwickeln dann aber kaum Krankheitsanzeichen und spielen für die Übertragung offenbar keine große Rolle.

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