„Ein trauriger Tag für die Berner Konvention“

Enttäuschende Entscheidung über die Weißwangengans auf dem Berner Kongress.

Weißwangengänse auf einer Feuchtwiese. (Foto: FACE)

Weißwangengänse auf einer Feuchtwiese. (Foto: FACE)

Die FACE nimmt derzeit an der 39. Sitzung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention teil, die vom 3. bis 6. Dezember 2019 stattfindet. Das „Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen Tier- und Pflanzenwelt und der natürlichen Lebensräume“ (Oder Berner Übereinkommen) ist das erste internationale Übereinkommen über den Naturschutz, das den größten Teil Europas und einiger afrikanischer Länder (heute insgesamt 50 Staaten) umfasst. Regierungsvertreter und -organisationen treffen sich einmal jährlich auf der Sitzung des Ständigen Ausschusses in Straßburg, um über Umweltbelange zu sprechen und Entscheidungen zu treffen.

In diesem Jahr stehen die Ergebnisse der Treffen und Aktivitäten 2019 im Mittelpunkt, insbesondere die Frage des Beitrags der Berner Konvention nach 2020 zum aktuellen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt, die Erhaltung von Vögeln, der Kampf gegen invasive gebietsfremde Arten und die Beziehung zwischen Biodiversität und Klimawandel.

Auf der Tagesordnung stand gestern Abend der Vorschlag Norwegens, die Weißwangengans (Branta leucopsis) von Anhang II (streng geschützt) in Anhang III (geschützt) zu verlegen. Ein berechtigter Änderungsantrag, wenn man bedenkt, dass sie heute als die am häufigsten vorkommende Gänseart in Europa gilt und demnach, ganz konform den schriftlich niedergelegten Bestimmungen der Berner Konvention, durchgeführt werden könnte.

Leider scheiterte es an der Blockenthaltung der EU-28, dass die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht werden konnte. Eine enttäuschende politische Entscheidung nichts zu tun, zumal der erste Vorschlag der Europäischen Kommission darin bestand, Norwegen bei der Änderung zu unterstützen. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Hindernisse, die für die Verschiebung des geschützten Status von Arten in beide Richtungen nach internationalem Recht bestehen.

FACE, vertreten durch Daniel Švrčula, unterstützte den Vorschlag Norwegens und brachte zum Ausdruck, dass eine solche Änderung als Erfolgsgeschichte der Erhaltung betrachtet werden sollte, da alle Populationen frühere Bevölkerungsziele überschritten haben.

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Quelle: FACE

Es ist ein trauriger Tag für die Berner Konvention, die daran gehindert wird, mit Veränderungen der Populationsentwicklung voranzukommen. Der Anhang III der Berner Konvention bietet den Arten noch Schutz, aber auf einer Ebene, die für eine Art wie die der Weißwangengans besser geeignet ist. Es frustriert auch die Verwaltung auf der Flyway-Skala, die durch den AEWA-Plan für die Art vorgesehen ist. Es ist leicht zu erkennen, wie einige Nicht-EU-Länder zunehmend unzufrieden mit der Dominanz der Brüsseler/EU-Entscheidungsfindung werden.

FACE ist die Europäische Föderation für Jagd und Naturschutz. FACE wurde 1977 gegründet und vertritt die Interessen der 7 Millionen europäischen Jäger als internationale Nichtregierungsorganisation ohne Erwerbswille. FACE besteht aus nationalen Jägerverbänden aus 37 europäischen Ländern, darunter die EU-28. FACE wird von 7 assoziierten Mitgliedern unterstützt und hat seinen Sitz in Brüssel. FACE hält an dem Grundsatz der nachhaltigen Nutzung fest und ist seit 1987 Mitglied der International Union for the Conservation of Nature (IUCN).

Quelle: Pressemitteilung der FACE vom 04. Dezember 2019, Brüssel

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