Der Waschbär in Bayern – ein „Problembär“?

Die Auswertung zum Waschbär-Monitoring liegt vor.

Waschbären zieht es auch in Bayern vermehrt in Siedlungsbereiche, in denen sie erhebliche Schäden verursachen können. (Bildnachweis: Valleyboi63/Fotolia)

Waschbären zieht es auch in Bayern vermehrt in Siedlungsbereiche, in denen sie erhebliche Schäden verursachen können. (Bildnachweis: Valleyboi63/Fotolia)

Die Umfrage zum Monitoring ist mittlerweile beendet und die Ergebnisse liegen vor:

  • 45 % aller 392 Teilnehmer geben an, Waschbären in Ihrem Revier zu haben, 55 % aller Teilnehmer hingegen nicht. In Unterfranken wurden verstärkt Waschbärvorkommen im Revier gemeldet. Dieser Trend nimmt nach Südosten hin ab. Ein Abgleich mit den Streckendaten deutet darauf hin, dass der Waschbär in Unterfranken auch die höchste Dichte aufweist und sich von dort nicht nur räumlich ausbreitet, sondern über die Zeit auch exponentiell vermehrt.
  • Explizit dort, wo eine hohe Waschbärendichte zu verzeichnen ist, häufen sich auch die gemeldeten Schäden.
  • Dort, wo der Waschbär verstärkt vorkommt, wird er auch verstärkt erlegt. In den meisten Revieren waren dies im Schnitt 1-5 Waschbären. 86 % aller erlegten Waschbären wurden zuvor in einer Falle gefangen.
  • Mit 53 % betreibt mehr als die Hälfte aller Teilnehmer bayernweit die Fallenjagd, wobei die Fallenjagd nicht vorrangig betrieben wird, um Waschbären zu fangen.

Unabhängig vom Waschbärvorkommen ist die bayerische Jägerschaft für den Waschbären als invasives Neozoon sensibilisiert:

  • Die prinzipielle Bereitschaft den Waschbären als invasive, gebietsfremde Art im Rahmen der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 (noch intensiver) zu bejagen, ist in der befragten Jägerschaft zu 94 % gegeben.
  • Ebenfalls besteht mit 75 % der Beteiligten eine hohe Bereitschaft, Waschbären auch in befriedeten Gebieten zu entnehmen, sofern eine behördliche Genehmigung vorliegt.
  • Aus den Antworten derer, die eine intensivere Bejagung auf Veranlassung des Gesetzgebers für nicht notwendig erachten geht hervor, dass sie sich der Problematik um den Waschbären sehr wohl bewusst sind, aber eine Einmischung durch den Gesetzgeber in ihren Kompetenzbereich eher kritisch gegenüberstehen.
  • 74 % der Befragten schätzt die Gefahr für die heimische Tierwelt, die vom Waschbären ausgeht als eher hoch ein.

83 % der Jäger stufen den Waschbären als „Problembär“ ein oder belegen ihn eher negativ (4 %). 

Der Bayerische Jagdverband bedankt sich bei allen Jägerinnen und Jägern für ihre zahlreichen Rückmeldungen! 

Vollständige Auswertung Waschbärmonitoring (PDF-Datei)

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbands vom 30. Oktober 2019, Feldkirchen

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