Pressemitteilung des BMEL Nr. 101 vom 19.05.19

Bundesministerin Klöckner legt Aktion „Bienen füttern“ neu auf

Über 500 Gartencenter sind Kooperationspartner – Digitalisierung in der Landwirtschaft soll helfen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

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Foto: Quelle BMEL

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Sie sind noch auf der Suche nach geeigneten Pflanzen? In unserer Broschüre stellen wir eine Auswahl von mehr als 100 Pflanzen vor, die besonders bestäuberfreundlich und für unterschiedliche Standorte geeignet sind. Quelle: BMEL

Bienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und andere Insekten tragen maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Ein Drittel unserer Lebensmittel entsteht durch ihre Bestäubungsleistung, sie erhält und erneuert nicht nur Blütenpflanzen.

Die Bestäubung ist auch essenziell, damit Wild- und Kulturpflanzen Früchte tragen und Samen ausbilden. Somit sichern Bienen und Insekten die Nahrungsgrundlage vieler Tierarten. Auch für die Landwirtschaft sind sie von enormer Bedeutung. Der globale ökonomische Nutzen, den sie durch das Bestäuben von Agrarpflanzen leisten, wurde für das Jahr 2005 auf etwa 153 Milliarden Euro geschätzt. Rund 80 Prozent aller Pflanzenarten, die unsere Nahrung sichern, sind auf den Besuch von Bestäuberinsekten angewiesen. Von der Bestäubung durch Honig- und Wildbienen hängen in Deutschland wichtige landwirtschaftliche Erträge im Pflanzen- und Obstbau ab.

Zum Internationalen Weltbienentag am Montag, 20. Mai 2019, betont die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner: „Der Schutz und der Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität sind zentrale Zukunftsaufgaben. Eine besondere Rolle spielen dabei Bienen, Wildbienen und andere Bestäuber. Unsere Supermärkte wären nahezu leer, würde man alle Produkte, die es ohne die Bienen nicht gäbe, aus den Regalen nehmen – Obst, Gemüse, Getreide. Bienen sind systemrelevant. Wichtig ist aber auch, dass wir unterscheiden zwischen der Honig- und der Wildbiene.

Der Schutz der Bienen ist für mein Ministerium zentrales Anliegen. Auf europäischer Ebene habe ich vergangenes Jahr ein Verbot dreier bienenschädlicher Neonikotinoide im Freiland gestimmt und deutlich gemacht, dass es in Deutschland keine Notfallzulassungen bei der Zuckerrübenbeizung dieser Wirkstoffe geben wird. Das gilt! Auch wenn die Notfallzulassung in anderen Mitgliedstaaten der EU praktiziert wird. Und wir wollen die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um etwa durch den Ausbau der Präzisionslandwirtschaft den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu reduzieren. Daneben haben wir als Ministerium zahlreiche weiter Maßnahmen unternommen. 

Zum Schutz der Bienen ist auch, aber nicht nur die Landwirtschaft gefragt. Jeder kann einen Beitrag leisten, ob auf dem Balkon oder im Garten. Denn wo nichts blüht, gibt es für die Bienen nichts zu sammeln. Um Verbraucherinnen und Verbraucher dafür zu sensibilisieren und zu informieren, welche Pflanzen sich als ‚Bienenbuffets eignen, haben wir mit über 500 Bau- und Gartencentern unsere Aktion "Bienen füttern" neu aufgelegt.“

Hintergrund

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft tritt aktiv für den Schutz der Biene und der Artenvielfalt ein:

  • Auf der Website „bienenfuettern.de“ sind viele Tipps zum Schutz der Biene zu finden. Dort können Verbraucher auch das Lexikon der bienenfreundlichen Pflanzen kostenlos bestellen.
  • In der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik gibt es starke Elemente zugunsten der biologischen Vielfalt (Greening/Agrarumweltprogramme). Diese werden wir bei der kommenden Reform im Rahmen der so genannten „Grünen Architektur“ intensivieren und ausbauen. Dazu gehört die Förderung von Blühstreifen, Ausgleichsflächen oder Heckenpflanzungen.
  • Zusammen mit dem Umweltministerium, Landwirtschaftsverbänden und der Wissenschaft fördern wir erfolgreich das Projekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) und zeigen in vielen Regionen Deutschlands, wie sich Artenschutz und Landwirtschaft vereinen lassen (franz-projekt).
  • Gezielte Förderung des ökologischen Landbaus. Bis zum Jahr 2030 wollen wir das Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland erreichen, dafür den politischen Rahmen setzen.
  • Die Bundesregierung finanziert mit den Bundesländern das Deutsche Bienenmonitoring (DeBiMo), um die periodisch auftretenden Winterverluste von Bienenvölkern aufzuklären. Als Bundesministerium fördern wir das DeBiMo mit 400.000 Euro pro Jahr.
  • Bis zum Herbst stellt Bundesministerin Klöckner eine fundierte und ausgewogene Ackerbaustrategie vor. Ziel ist, Pflanzenschutzmittel in Zukunft noch stärker so anzuwenden, dass wir dem Schutz der Böden, der Artenvielfalt, und dem Klima Rechnung tragen.
  • Wir unterstützen die Forschung und Züchtung gegen Krankheiten und Schädlinge widerstandsfähiger Pflanzen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.
  • Die Forschung an innovativen und die Artenvielfalt schonenden Pflanzenschutzmitteln werden wir verstärken.
  • Es ist vereinbart, ein Aktionsprogramm Insektenschutz aufzulegen. Damit wollen wir als Bundesregierung die Lebensbedingungen für Insekten verbessern. Ein Eckpunktepapier wurde im Juni 2018 im Kabinett abgestimmt, ein erster Entwurf des Aktionsprogramms mit konkreten Maßnahmen befindet sich in der Ressortabstimmung.
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