ASP-Abwehr: Intensivierung der Jagd auf Wildschweine

Bei der Schwerpunktbejagung von Schwarzwild kann auch eine Freigabe des übrigen Schalenwildes bei Drückjagden in Brandenburg erfolgen.

Brandenburg setzt auf Antrag die Schonzeit für Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild aus.

Brandenburg setzt auf Antrag die Schonzeit für Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild aus (Foto: Stefan Schawo)

Um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg entgegenzuwirken, soll – neben anderen präventiven Maßnahmen – die intensive Jagd auf Wildschweine fortgesetzt werden.

Die Jäger sind aufgefordert, weiterhin alle jagdlichen Möglichkeiten auszunutzen, um die Wildschweine zu erlegen. Hierzu eignen sich besonders Bewegungsjagden mit Treibern und Hunden, da dabei gleichzeitig eine Suche nach verendeten Wildschweinen erfolgen kann.

Eine effektive Bejagung von Wildschweinen sind Drückjagden. Das sind Treibjagden, bei denen das Wild durch Treiber und Jagdhunde vor die Jäger getrieben wird. Gut organisiert und durchgeführt sind sie in der Lage, innerhalb weniger Stunden viele Wildschweine zu erlegen. Würden die Jäger stattdessen einzeln auf die Jagd gehen, ist hierfür wesentlich mehr Zeit erforderlich, um eine vergleichbare Anzahl von Wildschweinen zu schießen. Drückjagden (Dauer zirka drei Stunden) sind vielen Einzeljagden eindeutig vorzuziehen, da die Beunruhigung deutlich geringer ausfällt und vor und nach der Drückjagd Jagdruhe herrscht.

Die alleinige Bejagung des Schwarzwilds bei Drückjagden führt allerdings zwangsläufig dazu, dass auch das übrige – ab dem 16. Januar geschonte Wild (Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild) – mit bejagt, aber nicht erlegt werden darf. Weder die Treiber, noch die Hunde, noch das Wild können hier unterscheiden, beziehungsweise steuern, wer beunruhigt wird. Es sprechen sowohl die Höhe der Wildpopulation als auch der dramatische Zustand der Waldverjüngung in Brandenburg dafür, dieses Schalenwild bei dieser Gelegenheit mit zu erlegen, sofern die behördlichen Abschusspläne noch nicht erfüllt sind.

Die Oberste Jagdbehörde wird auf Antrag die Schonzeit für das übrige Schalenwild in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und in den kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus bis 31. Januar aufheben, wenn auf Drückjagden gezielt und schwerpunktmäßig auf Schwarzwild gejagt werden soll. 

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) des Landes Brandenburg vom 17. Januar 2020, Potsdam

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