Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest

Der LJV S-H gibt einen Überblick über die aktuelle Lage der ASP in Deutschland

Bache mit zwei noch gestreiften Frischlingen (Foto: Paul Henri Degrande)

Bache mit zwei noch gestreiften Frischlingen (Foto: Paul Henri Degrande)

Im August 2020 ereigneten sich die meisten ASP (Afrikanische Schweinepest)-Fälle erneut in Ungarn und Polen . Neben Europa meldeten auch Russland und Südkorea weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen. Beim Schwarzwild hat die Anzahl der Fälle in Europa seit dem März kontinuierlich abgenommen. Die Zahlen für den Monat August bilden nur den Stand bis zum 25. August 2020 ab.

Wie schon im Vorjahr deutete sich auch in diesem Jahr bereits ab Juni ein deutlicher saisonaler Anstieg der Anzahl der Ausbrüche bei Hausschweinen an, ein Trend, der sich auch für den August fortsetzt. In den Sommermonaten ist die Übertragungswahrscheinlichkeit des Virus durch menschliche Aktivitäten (Ernte etc.), das Verfüttern lokaler Feldfrüchte sowie die gesteigerte Mobilität der Wildschweine grundsätzlich erhöht. Getragen wird die Entwicklung derzeit insbesondere durch die zahlreichen Ausbrüche in Rumänien und Polen. Die weitere Verbreitung der ASP in Indien seit den ersten Nachweisen im Mai diesen Jahres (Mai 2020) zeigt erneut das Ausbreitungspotential der ASP.

Das Risiko eines ASP-Eintrags nach Deutschland durch menschliches Handeln ist nach wie vor hoch. Die kürzeste Distanz eines bestätigten Falles in Polen zur deutschen Staatsgrenze (10,5km) hat sich nicht verringert. In Deutschland haben die Vorbeugung und die Früherkennung oberste Priorität. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt haltbar, vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern. Es ist deshalb verboten, Schweine- oder Wildschweinefleisch aus betroffenen Gebieten nach Deutschland zu verbringen. Jäger, Forstleute und Landwirte werden gebeten, aufgefundenes Fallwild an die zuständige Behörde zu melden, beispielsweise über die kostenfreie App tierfund-kataster.de. In Schweinebetrieben sind weiterhin die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. In der EU legt der Durchführungsbeschluss 2014/709/EU (zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2020/860) die geltenden Gebiete mit erhöhtem Risiko einer Verschleppung der Seuche (Teile I-IV) fest.

Für weitere Informationen siehe BLV und FLI, EU-Kommission:

Karte mit geregelten Gebieten und interaktive Karte.

Quellen/Links: Friedrich-Loeffler-InstitutGOV.UK, KVG, FAO, OIE-Wahis, ProMED, ADNS, PAFF, EMPRES-i

 

Quelle: Pressemitteilung des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein vom 03. September 2020, Flintbek

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