Aktionsbündnis Ländlicher Raum 

Für die Stärkung der Biodiversität in NRW: „Artenschutz ist nicht teilbar - Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ 

Der ländliche Raum steht im Fokus der Biodiversitäts-Diskussion. Artenschutz ist aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. (Foto: LJV NRW)

Der ländliche Raum steht im Fokus der Biodiversitäts-Diskussion. Artenschutz ist aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. (Foto: LJV NRW)

Das Aktionsbündnis Ländlicher Raum weist anlässlich des Starts der Volksinitiative Artenvielfalt NRW auf die Bedeutung intakter Biotope für Landwirtschaft, Gartenbau, Wald, Jagd und Fischerei hin. Die Förderung der Artenvielfalt liegt im originären Interesse aller, die in, mit und von der Natur leben. Die Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss deshalb von allen wahrgenommen werden.

Die fünfzehn im Aktionsbündnis Ländlicher Raum zusammengeschlossenen Verbände begrüßen die große Aufmerksamkeit, die weite Teile der Bevölkerung dem Schutz von Natur und Umwelt entgegenbringen. Die Corona-Pandemie hat die Menschen zusätzlich für die Notwendigkeit naturnaher, regionaler Kreisläufe sensibilisiert. Dies alles wird durch die Beteiligung an der Volksinitiative zum Ausdruck kommen, die nicht auf uneingeschränkte Zustimmung des Aktionsbündnisses stößt, aber auch Schnittmengen aufweist, wie etwa die Einhaltung des 5-ha-Zieles.

Eine nachhaltige Nutzung, Pflege und Bewahrung von Flächen, Wäldern und Gewässern kann nur mit intakten und widerstandsfähigen Biotopen gelingen. Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei erbringen bereits heute zahlreiche Leistungen zur Förderung der Artenvielfalt. Sie sind bereit, sich mit wissenschaftlich begründeten und nachweislich wirksamen Maßnahmen noch stärker zu engagieren. Dies setzt jedoch voraus, dass dadurch entstehende wirtschaftliche Einbußen finanziell angemessen ausgeglichen werden.

Ein umfassender Schutz der Artenvielfalt kann aber nur dann gelingen, wenn die Gesellschaft in allen Teilen Verantwortung übernimmt. Das Aktionsbündnis fordert vor diesem Hintergrund ein einvernehmlich abgestimmtes Vorgehen, bei dem Vorteile für die Natur nicht zu Nachteilen Einzelner werden. Artenschutz ist weder teilbar noch ideologisch delegierbar: Stadt und Land, Politik und Verwaltung, Naturnutzer und Naturschützer müssen, jeder für sich, aber auch Hand in Hand Anstrengungen unternehmen, um die Artenvielfalt zu stärken. Der Appell an die kollektive Verantwortung muss deshalb Teil einer glaubwürdigen und überzeugenden Volksinitiative sein. Das Aktionsbündnis Ländlicher Raum fordert daher unbeschadet seiner Kritik an weiteren Details des aus acht Punkten bestehenden Handlungsprogramms der Volksinitiative die Ergänzung um einen weiteren Punkt, der dies zum Ausdruck bringt:

9. Artenschutz ist nicht teilbar - Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Verantwortung für den Artenschutz zu übernehmen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erfordert die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen. Statt Verbote müssen anreizschaffende kooperative Lösungswege beschritten werden. Die dabei zum Nutzen der Natur erforderlichen Lasten und Auflagen sind fair und gerecht zu verteilen. Dies ist in einem Gesellschaftsvertrag verbindlich zu regeln.“

Wer wir sind:

Das „Aktionsbündnis Ländlicher Raum“ ist ein Zusammenschluss von fünfzehn unabhängigen Organisationen aus Landwirtschaft, Wald, Gartenbau, Jagd und Fischerei. Sie vereinigen die Interessen von mehr als 500.000 Mitgliedern. Ihr gemeinsames Anliegen ist die Aufrechterhaltung und Förderung aktiver ländlicher Räume mit einer starken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft.

 

Quelle: Pressemitteilung des Aktionsbündnis Ländlicher Raum veröffentlicht auf der Homepage des LJV NRW, Bonn/Dortmund

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